Montag, 30. Juni 2014

Von Kota Kinabalu (KK) bis über die Nordspitze von Borneo

In KK hielt uns einiges auf- einerseits ist die Stadt für malayische Verhältnisse relativ gut gepflegt, die Marina allerdings auch doppelt so teuer wie sonstwo... aber der Captain konnte des Nachts immer Fußballweltmeisterschaft schauen- yeah! Einkäufe erledigt, blieb dann noch ein Tag allein für die Crew- ein Scuba Discovery Course auf der nahegelegenen Insel Pulau Gaya- super, gleich runter auf 12 m- gesichtet wurden ein "Eagle Ray", 4 Löwenkopffische, ein Rochen mit blauen Flecken auf der Oberseite, eine Art Flunder und viele viele Nemos...

Jetzt sind für für eventuelle weitere Fischernetze oder Mooringleinen oder ähnliches um den Propeller gerüstet- Tauchflasche und Regulatoren sind an Bord!!!

Die Tauchschule "Down below" war super, der Besitzer aus England und auch die Tauchjungs haben ihr allermöglichstes getan, um uns wegen des nicht passenden Adapters von Regulator zu Flasche zu helfen- das war megasuper von ihnen!

Am nächsten Tag wird abgelegt und es geht Richtung Norden zum "Tip of Borneo" und darüber hinaus nach Kudat. 

Unser erstes Sauerteigbrot entsteht zwischen Marina abrechnen, tanken und gebacken wirds dann auf hoher See- ein Hauch "Austria" weht durch die Kombüse...

Hilderl's Manner Handschuh schützt die (nimma) zarten Hände der Crew...


.... und beinahe sprengt das Broterl unseren kleinen Backofen...


Wohlderdientes AbendBROT!!!


 Am nächsten Morgen gehts weiter nach Norden, der Mount Kinabalu begleitet uns noch ein Weilchen...


Ein vermeintlicher Glückstag, während die Kartoffeln schon mal prophylaktisch im Kochtopf simmern, beißt doch tatsächlich wieder ein Fisch, Mike hatte ihn schon an der Gaff, und dann sprang er runter- wir haben - wir gebens zu - beide so richtig geflucht....


So was mach ma jetzt mit den ganzen Kartoffeln... anscheinend macht Frust kreativ- es enstand eine Art "Salade nicoise"- alle Zutaten da- mniam... vor lauter Hunger hat die Crew mit den Portionen etwas übertrieben...


Nach exakt 10 Stunden (Motor-)segeln :-( ankern wir vor der Marinaeinfahrt in Kudat- nach 3 Seiten gut geschützt. Draußen begegnen wir diversen Gefährten.....

Fisherman mit Auslegerkanu...


... und der Navy...



Am nächsten Morgen wird erst mal die Umgebung erkundet- Golfplatz mit Golf"restaurant" mit Fussball-WM und anderweitiger Unterhaltung für die Crew... am Weg dorthin was fürs Auge...



Typisch Malay- zuerst mal eine protzige Tafel aufstellen und dann nix raufschreiben- oder einfach weil Ramadan is???


Im Ramadan spielt auch keiner, da verschläft man den Tag und futtert halt in der Nacht- was die kleinen Gesellen hier freut...



Sogar die Hunde sind gleich relaxter und aalen sich am Golfplatz in den Bunkern...


Der Sultan wird für den nächsten Tag erwartet, nicht nur mit rotem Teppich in der Marina, sogar die Strassenkanten werden extra neu bemalt...



Am nächsten Tag- wir haben die Rally nun endgültig eingeholt, gibts einen gemeinsamen Ausflug- Bilder sagen mehr als Worte....


























Des Schöpfers Vorlage für die Meikl Nase???



Donnerstag, 12. Juni 2014

... und wieso nehmen wir nicht einfach ein Flugzeug nach Borneo???

... nach langer Reise- Flug von Salzburg nach London, über Dubai nach Singapur, Taxi nach Johor Bahru/Malaysia, Bus nach Mersing am Festland, Übernachtung dort, Fähre nach Tioman Island,



..... kommen wir pünktlich um 11 Uhr vormittag wieder auf unser geliebtes Boot!!!!

Alles bestens hier, Jan und Norma von der "Fearless" haben drauf aufgepasst! Schnell wird noch Wasser gebunkert (Tank und Trinkwasser in 9 Liter Flaschen), dann noch ein "Farewell Dinner" weil Jan und Norma nun leider doch nicht mitkommen nach Borneo, am nächsten Morgen wird noch Gemüse und Obst eingekauft, und um 13 Uhr verlassen wir eher schweren Herzens Tioman, um ca. 30 Seemeilen auf der Insel Pulau Aur die letzte Nacht vor der Überfahrt zu verbringen... es schaut nach guten Windverhältnissen aus... die anderen Rallyteilnehmer sind schon vor einiger Zeit rübergefahren, und mußten fast die ganze Strecke motoren bzw. motorsegeln...

Zurück zur Frage mit dem Flugzeug nach Borneo...
... wär ja die einfacher Variante... aber...

... auch nicht ganz risikolos, da war doch grad ein unheimliches Ereignis mit einem Flug von Malaysia (MA???), oder aber der Flugkapitän könnte doch... unsterblich verliebt sein in seine Kopilotin und von daher unzurechnungsfähig oder oder...
... vor allem war es die bestandene Herausforderung, eine wenn auch kleine Überfahrt zu schaffen, die den Reiz so ausmacht... wären die letzten 12 Stunden der Überfahrt nicht gewesen, wir hätten glatt weiterfahren können- wär ohnehin fast nötig geworden, da wir mit 0.1 m unter dem Kiel gerade noch so in die Marina einfahren konnten, draußen ankern war aufgrund der Wellen nicht möglich.
... wir hätten so gut wie nichts gesehen vom Flugzeug aus, und wer hätte uns die "Sailabout", unser schwimmendes Zuhause, nachgebracht ?!? ALSO, es war "a great time", Delphine, sensationelle Sonnenunter- und auch -aufgänge- Fisch an der Angel, Licht- und Farbenspiele, drohende Gewitterwolken, ein paar Fischerboote die uns die Netze direkt vor die Nase gelegt haben- nix da- der Captain weicht da rechtzeitig aus- wieder ein Erfolgserlebnis bei viel Wind und voller Besegelung...

.... was wir nicht geschafft haben, war, den Gennaker zu setzten, es war einfach immer zuviel Wind...
Die letzte Gewitterfront um 4 Uhr früh sahen wir am Radar schon daherkommen, die Regenwand war 40 Seemeilen lang, kaum vorstellbar.

ALSO...

Wir beschließen kurzerhand, nachdem wir die Nordspitze von Tioman umfahren haben, nicht Pulau Aur anzulaufen, sondern aufgrund der Windrichtung gleich unsere Überfahrt zu starten- und zwar nördlich vorbei an den (zu Indonesien gehörenden) Anambas Islands, um die man besser einen großen Bogen macht, weil anlanden verboten, und wenn man zu nahe kommt, versuchen die Behörden, einem Geld aus der Tasche zu ziehen...

Das Adrenalin steigt kurzfristig, aber sobald wir Tioman aus den Augen verlieren, der Wind gut bläst, die Wellen nicht zu hoch sind, sind wir glücklich, am Weg zu sein. Die große Frage für die Crew ist nun, wie es mit dem "Wache schieben" läuft, denn sie ist ja ein bekennender Vielschläfer und nebenbei bemerkt noch nie in der Nacht gesegelt. Gottseidank haben wir Vollmond und die erste Nacht ist auch recht hell, gut, denn wir queren schräg die Schifffahrtsroute von Singapur Richtung Hongkong und Vietnam. Viel Verkehr, aber dank Radar und AIS funktioniert alles ganz gut, dennoch sind wir froh, als wir ein paar große Gewitterwolken und die Riesenfrachter hinter uns lassen...


Der nächste Morgen kommt bestimmt!!! Und dazu ein leckeres Eierfrühstück zur Stärkung, und schon sind unsere Lieblinge da....



Die Stunden des Tages vergehen wie im Flug... abwechselnd schlafen wir, gekocht wird, geratscht, und plötzlich färbt sich das Vorsegel ganz rosa...


Der Sonnenuntergang naht- und rund um uns nichts und niemand...



Das schaut nach einer ruhigen, angenehmen Nacht aus, und das war sie dann auch...

Als Draufgabe noch ein Regenbogen- ohne Regen vorher genießt ihn der Captain doppelt, die Crew verschläfts, beginnt doch um 8 Uhr abends die erste Nachtwache...


Die Nacht verläuft gottseidank sehr ereignislos... und am Morgen... siehe da...

... da ist Verlass drauf- die Sonne geht auf- und wieder ein paar Delfinos...



Der Captain macht sichs in der Hängematte mit Buch gemütlich (danke Eva W.!), aber zum richtig Schlafen verzieht er sich dann doch in die Vorschiffkabine...


Am Abend fasziniert uns ein sensationelles Naturspektakel... der Himmel scheint zu brennen...