Montag, 29. September 2014

Blick immer nach vorne, nie zurück...

... hoffentlich bringt dieser Spruch uns wirklich Glück...

Wir beschließen, am 29. September Kudat zu verlassen, ein kurzer Weg bis knapp vor den Tip of Borneo, um am nächsten Tag dann einen langen Schlag zu einem halbwegs guten Ankerplatz zu schaffen...

Das mit dem Glück haut momentan nicht so ganz hin, nach 2 Stunden erwischt uns schon der erste Squall (= lokaler Gewittersturm)...

Der Captain wird regenfest eingepackt und bald erreichen wir unseren Ankerplatz, die Nacht bleibt halbwegs ruhig...

Und immer wieder geht die Sonne auf... wir hoffen, um den 8. Oktober herum von Miri aus unsere Überfahrt starten zu können (da wär Vollmond, der ist hilfreich bei Nachtfahrten...)


Zwei Tage später sind wir schon in der Nähe von Kota Kinabalu, es herrscht noch Südwestmonsun, also steuern wir eine dementsprechend geschützte Bucht an- und nachdem der Anker gefallen ist, gehts gleich los zum Propellerabschaben, endlich wieder sauberes Wasser!!! Wir gewinnen dadurch sicherlich ca. 1 Knoten an Geschwindigkeit!

Am Laptop wird unser zweites Navigationssystem (mittels des Programms Open CPN und einer GPS-Maus) getestet, unser Chart Plotter ist zwar relativ neu, aber man weiß ja nie...


Schöne ruhige Nacht vor Luxusresort- alles mit Bojen "eingezäunt", damit man ja nicht an Land kommt und die Gäste stört... macht uns gar nichts, wir werden das malayische Essen dort nicht vermissen...


Ein Ankerplatz weiter, halbwegs gut geschützt vorm Schwell, aber die Gewitter nahen- dank Radar sieht man das auch bei Nacht schön am Bildschirm- die rosaroten Bereiche heißen Regen....


Das mit dem Regen hält am nächsten Tag auch noch an... wir sind Richtung Labuan (eine Insel gegenüber von Brunei) unterwegs und legen uns dort in die Marina, um mal wieder genau das Wetter zu studieren...


Und so schaut das aus wenns wieder gewittert- die wichtigsten Kleingeräte, Laptop, externe Festplatte und Iridium Telefon werden, in Alufolie verpackt, in den Ofen verfrachtet- soll ein pharadäischer Käfig sein...


Schütt schütt....


Da beißt auch leider keiner an...


 

Mittwoch, 24. September 2014

Ziel: Palawan auf den Philippinen????

Wir nützen die Zeit in der Marina, um unseren Trip nach Palawan im Detail vorzubereiten (Wegpunkte der möglichen Ankerplätze werden in beide Systeme eingegeben), am Boot noch alles überprüft....

Schatten auf die geplante Reise wirft ein Entführungsfall vom April dieses Jahres, wo zwei deutsche Segler im Süden Palawans (am Rio Tuba) entführt wurden und nach Jolo Island verschleppt. Normalerweise finden die Entführung der Truppe Abu Sayyef von Jolo aus statt, und Palawan ist viel zu weit weg, wir recherchieren und sprechen mit unzähligen Seglern, von denen einige die beiden Deutschen kannten.

Entgegen aller Empfehlungen, die wir bekommen haben, haben diese lange Zeit im Süden von Palawan verbracht, und dürften von Sympatisanten der Abu Sayyef von dort aus entführt worden sein. Eine traurige Geschichte (mit sogenanntem Happy End, sie wurden am Tag des Ultimatums, am 17. Oktober freigelassen, nach einem halben Jahr der absoluten Härte...).

Während wir noch zögern, recherchieren, abwägen legen täglich Segler aus Kudat Richtung Palawan ab und melden sich brav sobald in Puerto Princesa angekommen. Die Risiken einer weiteren Entführung werden gering eingeschätzt, a) zu weit weg von Jolo b) die Rebellen haben zur Zeit andere Sorgen, werden von einer großen Anzahl von philippinischen Soldaten besetzt, und Amis und Deutsche Sondereinheiten sind auch angerückt und c) kein Segler stoppt in Südpalawan.

Wir hatten uns mit Captain Ron, einem sehr erfahrenen Weltumsegler, zusammengetan und vereinbart, die Reise gemeinsam, und zwar die Westküste von Palawan rauf, zu unternehmen. Letztendlich haben wir ihn enttäuscht, und wir waren es selber auch, weil wir uns aufgrund der Sorgen unserer Familien entschlossen haben, nicht raufzufahren...

Die letzten Tage in Kudat, denn das wollten wir dann so schnell als möglich verlassen, gestalteten sich nicht besonders fröhlich... es hieß eine Alternative zu finden, die mit Wetter- und Windverhältnissen in Einklang zu bringen war..... grummel grummel und studier...

Ein kleines Highlight war der Geburtstag vom Captain.... auf der Suche nach dem passenden Essen dafür am Fischmarkt...





Bei den Fischen wurden wir nicht richtig fündig, wir wollen schließlich einen Snapper oder Barracuda, und keinen schönen Rifffisch! Schließlich kaufen wir 2 (!!!) Tiger Prawns, die von der Crew fachgerecht am Steg zerlegt und dann gebraten werden- mmmhh!!!


So richtige Feierstimmung mag jedoch nicht aufkommen, zu groß sind die Sorgen bezüglich unseres Alternativtrips nach Ko Chang im Golf von Thailand... anstatt knapp 200 Seemeilen nach Palawan ins Paradies, wie und alle vorschwärmen, kehren wir um, um unter schwierigen Umständen zuerst Borneos Westküste wieder runter zu segeln (noch gegen den Südwestmonsun, der langsam schwächer wird), jedoch bald genug, um nicht in den zweifelhaften Genuß des bald einsetzenden Nordostmonsuns zu kommen, der uns während der Überfahrt von Miri in Sarawak nach Tioman oder Terengganu in Festland Malaysia schweres Wetter bringen könnte. Kurz: zu früh geht nicht, zu spät auch nicht... und das Wetter hält sich nicht an genaue Regeln, wie man weiß. Also beobachten wir alle paar Stunden die Großwetterlage auf allen möglichen Seiten und setzen schließlich immer noch schweren Herzens die Segel, es erwarten uns ca. 1.700 Seemeilen....


Donnerstag, 11. September 2014

Scho wieder Kudat... busy am Boot...

Zurück in der Marina in Kudat versuchen wir, des Captains Verkühlung auszuheilen... gar nicht so einfach, hält sich hartnäckig, vor allem vor einem Gewitter melden sich die Kopfschmerzen, die Stirnhöhlenverkühlung scheint wie ein Barometer zu wirken...

Am Boot ist alles ok nach unserer einmonatigen Abwesenheit und wir schwelgen in Erinnerungen an Bali... aber der Alltag hat uns wieder... trotzdem sind wir froh, wieder "daheim" zu sein...

Im Marina "Restaurant" gibts mal eine Veranstaltung, und wir werden zum Essen dazugebeten, da probiert der Captain natürlich die Gutzies aus..


Wir spazieren rüber zum Boatyard, die einzige Möglichkeit weit und breit, das Boot herausheben zu lassen. Freunde von der Rally, Juanita und Mike, haben das gemacht, und wir schauen uns an, wie die da arbeiten.... klappt alles sehr gut, wäre also eine Option für uns im nächsten Frühjahr nach unserem Palawan-Trip...


Das ist Ruth von Island Sonata, sie und Kelvin bereiten den Kat für einen längeren Heimaturlaub in Australien vor, da wird geputzt und geschrubbt, vor allem muß gewährleistet sein, dass sich kein Schimmel einschleicht. Jede Oberfläche im Boot wird mit Essigwasser gereinigt und gewischt, und dann mit Wasser, in das man einige Tropfen Nelkenöl gibt, wieder behandelt. Die beiden lassen das Boot ein halbes Jahr hier liegen.


 Schaut ganz gut aus, Snoopy der Bordkater ist bissi nervös...



Da lachen sie noch die zwei, nachdem "Keris" im Wasser war (und gottseidank noch an den Seilen hing) sprangen BEIDE Motoren nicht an- Stress...






Ein heißer Tag geht zu Ende und wir verziehen uns in die Koje... als uns spätabends dann noch laute Musik wieder von den Matratzen scheucht... in der Marina gibts eine Party und der Captain läßt es sich nicht nehmen, dort vorbeizuschauen. Karaoke ist ja Volkssport hier....


Das NEGATIV Highlight der Woche, beim Abendessen im nahe gelegenen Golfclub bestellen wir für den Captain ein Gericht mit Huhn und betonen "no bones, no skin", was uns zugesagt wird... es kommt, wie es kommen muß, wir bestellen daraufhin ein zweites Gericht "mit ohne Knochen und Haut", und das nachstehende Bild soll euch veranschaulichen, wie sehr das geklappt hat. Captain bleibt hungrig, und Juanita will dieses Zeugs nicht mal für Bordkater Snoopy mitnehmen.... 


Sodala, das ist der kleine Al, den wir beauftragen, unseren Rumpf zu polieren, echte Schwerstarbeit, die er in zwei Tagen, für die er Euro 25,- verlangt, super schön erledigt! Natürlich laden wir ihn Mittag zur Stärkung immer zum Essen ein, hier probiert er grad österreichische Palatschinken...


Spieglein Spieglein an der Wand...


Der Captain hat inzwischen wichtigeres vor... ein Impellerwechsel steht an... nur der alte will und will nicht raus, hat sich irgendwie verkeilt... mittlerweile wissen wir, dass es extra dafür ein "Werkzeug" gibt... man kann nicht alles an Bord haben (aber fast...)


Die Crew staunt, weil wer kriegt schon im Leben einen Impeller zu Gesicht ;-)


Der umtriebige Captain hat nun beschlossen, für unseren Trip nach Palawan unser ganzes Ankerequipment zu überprüfen und zu optimieren. In Zuge dessen wird die gesamte Backskiste steuerbord ausgeräumt, die Schätze bewundert und bestaunt, gereinigt und neu geordnet. Unsere 3 Anker samt zweiter Ankerkette werden auf Funktionstüchtigkeit überprüft samt Schekeln usw.... die ganzen Leine gewaschen, manche mit Weichspüler behandelt...


Unsere Zweit-Ankerkette...


Und damit ihm ja nicht fad wird, werden alle Leinen überprüft, und hier wird sogar genäht, mit Spezial-Segel-Nähzeug vom Segelmacher Seidl in Salzburg....


Der Captain braucht einfach Erfolgserlebnisse, dann strahlt er so richtig!!!


Die Crew ist inzwischen mit banalen Dingen beschäftigt... wie zum Beispiel... ein Kuchen mit Kakao, klappt ganz gut, nur die Walnüsse schmeckten bissi bitter... aber die Crew hat ja nie behauptet, die beste Kuchenbäckerin zu sein...


Dazwischen wird ein besserer Platz gesucht für unser indisches Souvenir, mit dem Markus uns überrascht hat als Abschiedsgeschenk....


Und unser "Poster" mit einem unserer Lieblingsfotos, von Markus fotografiert....


Schaut ja gar nicht sooo schlecht aus...


Da wartet schon a blinder Passagier...


... und schaut ganz schön fordernd!


Wo ist der Gofer? Hier, Captain, ich komm schon mit der Taschenlampe!
Nun werden die Schrauben, die den Kiel am Rumpf befestigen, gereinigt und mit Rostfarbe bestrichen...


Natürlich alles fein säuberlich abgeklebt...


... und dann blinken sie wieder, und Captain ist zufrieden!


Ein unheimlicher Besuch in der Marina, wir sehen zum ersten Mal eine Würfelqualle (box jellyfish), die gibts nämlich in ganz Asien, nicht nur in Australien, und können tödlich sein. Was glaubts warum die Crew immer mit malayischem Ganzkörperanzug schnorcheln geht? Wir haben als erste Hilfe Maßnahme immer ein paar Liter Essig an Bord, den sollte man über die Tentakel kippen, um sie abzutöten... der Captain fischt das Tierchen raus und wir lassen es- grausam- am Steg austrocknen. Wo einer ist, sind mehrere, damit muss man in tropischen Gewässern immer rechnen!




Wer oder was ist ein "Gofer"??? Ein kleines Ratespiel....

... der- oder diejenige, der das als erster auflöst und in den richtigen Zusammenhang für uns am Schiff bringt, darf gerne auf die Sailabout kommen und die Crew als "Gofer" ersetzen... :-)
natürlich nur für kurze Zeit, die Crew ist nämlich eigentlich unersetzlich...

Da simma mal gespannt....

DER ERSTE war unser Neffe Markus, der ja den GOFER schon bei uns am Bord geben mußte... es hat ihm aber trotzdem gefallen glaub ich...

DER ZWEITE, und ERSTER KOMMENTAR am Blog - gratuliere Pablo - du hast uns sehr erheitert und hast genau ins SCHWARZE getroffen... schauma ob du es genauso gut hinbringst wie die Crew... ;-)