Freitag, 28. August 2015

Langer Trip von Terengganu über Singapur nach Lumut- Ostküste nach Westküste von Malaysia

Nach so langer Zeit in der Marina reicht es uns buchstäblich, natürlich unter Berücksichtigung des Wetters starten wir noch jetzt im Südwestmonsun unseren langen Trip... man darf sich jetzt nicht vorstellen, dass der Wind exakt aus Südwest kommt, wär ja schön in unserem Fall.. er dreht stetig von Südsüdwest auf Südost, warten wir es ab....


Es fällt uns nicht schwer, die Gegend zu verlassen, vermissen werden wir so einen Platz wie Redang Island und zwei Menschen, die wir schon gekannt hatten, aber in letzter Zeit echt intensiv kennen- und schätzen lernen durften.

Brett lebt auf einem schönen Holzkatamaran, und seine Mutter Nannette und Vater Tony leben in Borneo und kommen hier und da auf Besuch.

Mit Nannette und Brett lernen wir Australier kennen, die sich sehr viel Mühe geben, verständlich zu sprechen, wir lernen beide sehr viel Neues. Natürlich gibt es nach der Arbeit beinahe jeden Tag bei Sonnenuntergang ein paar Bierlis, oder auch mal den einen oder anderen Gin Tonic mit den beiden.

Es ensteht in kurzer Zeit eine starke Verbundenheit, und wir verlassen die beiden nur ungern.

Dear Nannette, dear Brett! 
We are sure we will meet again!!!! Thank you both for the inspiring and wonderful moments spent with you!!! Miss you for "beer o'clock", shopping and chatting....

Yours "heartfully"... 


Both of them and the captain had to test the crew's first Indian meal- Garam Masala... 


We are really glad to have met you!!!!

Vorher hatten wir noch- umsonst- unser Segel vermessen...





Nichts im Leben ist umsonst... Segel wieder rauf!!!

Gemütlich machen wir uns auf nach Kapas Island, es sind ja nur 10 Seemeilen, da stört es uns nicht mal so sehr, dass der Wind genau gegenan steht, bei wenig Welle. Wir sind einfach nur froh, aufgebrochen zu sein, obwohl der Trip lt. obigem Plan ist kein so einfacher, oder besser gesagt, lang und nicht besonders interessant...

Wir ankern am frühen Nachmittag bei passender Tide auf 3 Meter unterm Kiel, die Sicht ist nicht so schön wie auf Redang Island....

Natürlich machen wir uns per Dinghi mit unseren Schnorchelsachen auf zum Strand, fast menschenleer, weil die wenigen Resorts viel weiter südlich sind...

Ein paar Fotos vom Captain's Spaziergang und dann vom Schnorcheln direkt vom Strand weg...













Die Crew findet Schatten unter einem Baum und faulenzt verdientermaßen!!!




Man möchte meinen der Captain jagt den Fisch.....


... nein der Fisch jagt den Captain... ziemlich wild sogar, kann sein, dass der grad sein Gelege bewachen will???















Wie ein Torpedo, und zwar ein echt wütender....




Am Abend fahren wir per Dinghi zu den Resorts, in der Hoffnung, etwas Eßbares zu finden... Unsere Zweifel finden sich bestätigt, die Küchen sperren erst um 19 Uhr auf, das ist uns zu spät, da wir immer gerne vor der Finsternis am Boot sind. Eine deutsche Kellnerin bietet uns "Schwammerlsuppe" an, Skepsis macht sich breit, aber was tut man nicht alles aus Hunger, sagen wir mal essbar..... Wir machen uns auf die Socken und verbringen eine gute ruhige Nacht, brauchen wir auch, wir haben ja von hier bis Tioman Island zwei Tage und eine Nacht vor uns...

Um 6.45 Uhr frühmorgens, der Mond geht gerade unter und die Sonne auf, brechen wir auf, um die ca. 160 Seemeilen bis Tioman gut zu schaffen. Dazwischen läge noch in ca. 35 Seemeilen Entfernung die Insel Tenggol, eine Sensation angeblich zum Tauchen und Schnorcheln, aber wir verzichten, da man dort nicht ankern darf. Ist ja an sich vernünftig zwecks Schonung der Korallen, aber wir vertrauen den örtlichen Moorings nicht so ganz. Mooring für Nichteingeweihte: ein Betonblock oder ähnliches am Meeresgrund, ein Seil und eine Boje auf der Wasseroberfläche, an der man festmachen kann.

Es ist noch ein wenig zu früh im Jahr, daher weht uns noch der Südwestmonsun entgegen, wir hatten gehofft, dass er etwas abweichen würde wie die letzten Tage, aber Pech.. Mittags war uns das Großsegel erneut ein wenig eingerissen, und dann kurz vor Finsternis, um 19 Uhr, 95 Seemeilen vor Tioman, haben wir den Wind und den Schwell genau gegenan.... es gibt Wraps, und gottseidank ist wenig Schiffsverkehr.

Eine kleine Impression, wie finster es so sein kann... dabei scheint der Mond recht schön!


Da hilft nur der Blitz, der Captain ist schön warm eingepackt...


Um halb 11 gibt die Crew w.o. für ein Stündchen, aber bei der Welle ist es unmöglich, zu schlafen, so wachen wir beide die ganze Nacht und halten uns bei Laune, so gut es geht.

Der darauffolgende Tag wird noch schlechter... der Wind dreht zwar ein wenig zu unseren Gunsten, aber der Schwell und die Windwelle treffen aus unterschiedlichen Richtungen aufeinander, gar nicht so hoch, aber äußerst unangenehm, und die arme Sailabout stampft udn stampft in die Wellen.

Ein Foto von unserem Radarschirm...


Nach 34 Stunden mittlerer Schütteltortur erreichen wir Pulau Tulai, ein Inselchen knapp vor Tioman, es wird gekocht, und der Captain fällt buchstäblich in seine Koje. Wir sind allein, es ist Idylle pur... nur zwei Fischerlein kommen später kurz auf Besuch, bevor sie für die Nacht wieder rausfahren.


Pulau Tulai.... 31. August nach einer Nacht ganz alleine in der Bucht fühlen wir uns halbwegs ausgeschlafen und brechen gleich nach dem Frühstück auf nach Tioman, nur 13 Meilen....

Vor Mittag wird in der Marina festgemacht! YES!


Noch ein wenig verschlafen aber glücklich und zufrieden wartet die Crew auf den Captain- Essen gehen ist angesagt...Tioman bzw. das Dorf gefällt uns dieses Mal besser als beim ersten Mal, vielleicht weils anderswo schlimmer war? Es tut sich was, viele Segler sind hier, wir treffen junge Amis die wir kennen, und verbringen ein paar Abendessen miteinander...





Montag, 10. August 2015

Schluss mit lustig... es warten einige "Baustellen" auf uns...

Am 10. August heißt es nun Abschied nehmen von unserer Idylle. Um 10 Uhr heben wir den Anker, und los gehts gegenan mit Großsegel und Motor- es wird gekreuzt nach Terengganu.

Des Captain's Konstruktion mit dem Anglernylon funktioniert, jedoch ankern wir gegen 17 Uhr vor der Marina, da die Strömung zu stark ist zum Anlegen.

Am darauffolgenden Tag um 9 Uhr gibts wenig Wind und wenig Strömung, und der Captain parkt, wie wenn nix wär, gekonnt in der Marina ein, welch Erleichterung...

Eine weitere Baustelle hat sich bei Starkwind kurz vor der Hafeneinfahrt Terengganu aufgetan- unser schon in Pattaya getapetes Großsegel hat nun Risse bekommen. Das hamma noch gebraucht.... so "fretten" wir uns mit gerefftem Vorsegel und netter Welle durch die enge Hafeneinfahrt...


Wenigstens erwischt uns kein Regen!


Wir haben ja schon in Redang versucht, herauszufinden, wo wir das berühmte Teleflex morse cable herbekommen, und tatsächlich finden wir es im ersten Laden. Die Frage ist nur die Länge, steht zwar am alten Kabel drauf, aber genau so lang haben sie es nicht, nur ein wenig kürzer und ein wenig länger. Wir probieren das kürzere Teil und mit einigen Flüchen, Ächzen, Stöhnen dauert es zwar ein paar Stunden, es (immerhin ca. 6 Meter lang), "einzufädeln".


Gebrochen ist gebrochen....


Vorher wird noch- dank Captain's Cleverness, das alte herausgezogen, und mit diesem ein dünner Nylonfaden, damit wir das neue dann mit Hilfe dessen wieder einfädeln können.  Hier sieht man den Nylonfaden am neuen Gasseil mit grünem Tape befestigt- nur passt es so auch durch???




Und das ganze ja an ganz toll zugänglichen Stellen...


Der Captain schiebt von innen, die Crew zieht von außen...





Baustelle Nummer 1 erledigt, und sogar ohne es zusehr abzubiegen, Bruchgefahr....

Wir switchen kurz mal zum Thema Nr. 2: Risse im Großsegel. Wir ziehen es in der Marina nochmal auf, um es eventuell zu tapen... zufällig kommt ein Segler vorbei, und gibt uns den Tipp, bei Quantum Sails in Melakka mal nachzufragen, ob sie es reparieren können. Also runter mit dem schweren Teil, eingepackt, hingeschickt. Es dauert Tage, bis wir Bescheid bekommen, dass sie nicht reparieen können, dafür kommt ein Angebot für ein neues Segel- zu teuer für unseren Geschmack...


Es dauert wieder Tage, bis das Segel zurückkommt, alles wieder retour, das nennt sich Sport!

Mike meint, den Knoten mit dem er das Paket verschnürt hat, wieder zu erkennen, das würde bedeuten, dass sie das Segel gar nicht inspiziert haben, sondern einfach gleich ein Neues angeboten haben. Diesmal sind wir wirklich sauer. No more Quantum- never ever!

In einer Ho Ruck Aktion kramt die Crew ein altes Angebot von Rolly Tasker in Phuket, einem großen Segelmacher, hervor, und dessen Chef bestätigt dieses mit demselben Preis von vor 2 Jahren (hatten wir uns der Information halber damals machen lassen.) Gut, es wird die Überweisung von Österreich nach Phuket getätigt, und wir wollen das Segel raufschicken. UPS und dergleichen (3 Angebote) holen uns gleich auf den Boden der Tatsachen zurück- Versandkosten ca. € 500,- one way! Nicht mit uns!

So, runter wieder mit dem Segel, rein ins Marinagebäude, es wird vermessen und fotografiert was das Zeug hält, wir machen eine super Power-Point Präsentation mit allen nötigen Infos und Maßen für Rolly Tasker, nur damit uns dieser dann erklärt, dass das Segel ja nur lag und nicht fest genug gespannt wurde, und die Messerei somit hinfällig sei. Es reißt dem Captain langsam der Geduldsfaden. Also Segel wieder rauf, neu getaped, und wir beschließen, so die ca. 3 Wochen von hier rund um Singapur nach Lumut, wo wir den Unterwasseranstrich erneuern wollen, zu machen. Segel hin oder her, wir haben so viel Zeit verloren mit .... ok ich schreibs lieber nicht...

Bild von der anderen Seite...



Als Segler wird man echt zum Multi-Organisationstalent...

Durch Zufall (auf der Suche nach allem möglichen) finden wir einen Schildermacher und kaufen prompt ein Nirostaschild für unsere Kombüse, als Schutz für die Wand. Das Original war viel zu niedrig, der Designer des ganzen hat wohl noch nie was gebraten...


Das Haupthema neben dem Segel war aber nach wie vor die Aluminium Box, wo der Ganghebel rauskommt, und die abgebrochenen Niro-Schrauben drinnen. Wir fahren von A bis Z, fragen uns dumm und blöd, bis wir einen Schuppen finden, der auf diesem Weg unbeschreiblich ist. Ein uralter Chinese haust in einer Werkstatt voller Gerätschaften und Metallteile, in dem kein einziges Fleckchen, KEIN EINZIGES, eine für die Crew normale Metallfarbe zeigte (irgendwie glänzend), SONDERN nur ROST!!!!! Noch nie soviel Rost auf einem Haufen gesehen. Die Wände bestanden aus Wellblech, sodass alles wirklich rostfarben in Harmonie zusammenpasst....

Auf die Frage, ob er denn diese Schrauben vorsichtigst rausfräsen könne, meine er "no, cannot". Der Captain insistiert und gemeinsam fräsen sie auf einer historisch interessanten HITACHI Fräse 2 Stunden lang herum.

Am Ende strahlt der Captain, nur unser schöner Behälter ist ölverschmiert aber intakt! Und neue Schrauben haben wir auch schon! YEAH!

Rasten- no way! Zurück am Boot wird das ganze gleich zusammengeschraubt, nicht ohne zuvor jedoch nochmals den ultimativen Test zu machen (wohlgemerkt festgezurrt in der Marina), ob das neue Gasseil einsatzfähig ist und Vor- und Rückwärtsgang funktionieren).

Was macht man nun, damit Alugehäuse und Niroschrauben nicht wieder so reagieren, wie sie es normal machen? Captain gibt irgendein spezielles Fett dazwischen...

Die Crew ist nervlich am Ende, jedcoch unglaublich stolz auf die bestandene Vielseitigkeitsprüfung ihres Captains!!!!

Etwas sei noch dokumentiert, eine kleine Verletzung vom Captain, ist mittlerweile auch wieder zusammengewachsen, der Zehenknochen.... dank der "Profi-Schiene"???