Nachdem wir im Juni und Juli in und um Phuket so gut wie alle Möglichkeiten gecheckt haben, unser Schiff herausheben zu lassen (ein Antifouling-Anstrich wird notwendig!!!), waren wir nach wie vor unschlüssig. An manchen Orten z.B. der Krabi Marina scheint das Herausheben super zu klappen, noch dazu zum halben Preis, da die Marina sehr abgelegen ist, aber genau da war der Haken- es fehlt dort an Arbeitskräften für die heikle Sache des "Sanding", d.h. abschleifen... in Phuket in den etablierten Marinas ist die Sache sehr teuer und man müßte sich Monate vorher schon anmelden, und auch dort fehlt es an wirklich qualifizierten Arbeitern...
Zuguterletzt hätten wir uns schon FAST für eine neue Werft im Norden Phukets entschieden, aber der sorgfältige Kapitän Mike hat sich natürlich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, das Herausheben eines anderen GFK-Bootes anzuschauen- er kam völlig entsetzt zurück und meinte: "No way!" Die Arbeiter hatten das Gerät zum Herausheben schlecht platziert und das GFK war ca. 10 cm weit eingedrückt....
So kam es, dass wir dank unseres Honda Dinghimotors, der öfter mal streikte, ein sehr nettes südafrikanisches Weltumseglerpaar samt Bordhund kennengelernt hatten, und die empfahlen uns die Pangkor Island Marina in Lumut/Malaysia- sowohl was das Herausheben betrifft (mittels Sea-Lift- genial, dauert 5 Minuten und ist mega sicher) als auch die Arbeiter!
Mike war Feuer und Flamme, die Crew zögerte etwas, denn die Wettersituation um diese Jahreszeit kann ganz schön verzwickt sein für einen so langen Törn (2 Wochen runter, 2 Wochen rauf...).
Und die Wettersituation- aber seht selbst- ein herannahender "squall", d.h. ein Gewittersturm in der Marina...
Nicht nur die Squalls, auch die Dünung im Südwestmonsun ist nicht zu unterschätzen.. und natürlich die Regenschauer.... Crew zögert noch... und natürlich mußten wir unser Boot auch gewissenhaft für die lange Reise fertigmachen, auch der Friseur wurde besucht und diverse andere Shops (unter anderem fanden wir die nötigen Ersatzteile für unseren Honda-Dinghimotor- Käptn kann ihn ja jetzt selber zerlegen und warten.. dank Chris von der Yacht Vari, der uns das gezeigt hat- interessant wenn man zum ersten mal einen "carburator"- sprich einen Vergaser sieht...)
Jedoch, wer nicht wagt, der nicht gewinnt, und es stellte sich heraus, dass diese Entscheidung die beste war... also klarierten wir in Phuket Chalong aus und stachen in See.... nicht allzu weit, denn 3 Meilen weiter steckte was beim Großsegel.... auf "hoher See" schwer zu beheben, also zurück nach Chalong... jemand mußte auf den Mast rauf, um ein wahrscheinlich verhaktes Seil zu lösen. Die Logik war natürlich, dass der starke Schwerere die schwache Leichtere raufzieht... seht selbst....
Aus 17 m Höhe sieht die Welt schon wieder ganz anders aus... aber doppelt und vom Käptn persönlich gesichert alles halb so wild...
Trotzdem schön, wieder an und nicht über Deck zu sein... man bemerke den schwarzen Sack, das war das diverse Werkzeug das teilweise zum Einsatz kam... und die Knieschützer- clever, stimmts?
Klar könnte man zurück in die Marina und irgendwen beauftragen- aber das ist ja genau das Tolle, dass man Dinge selbst bewerkstelligen kann, und nicht jedesmal quasi "Mami, Mami.." ruft wenns schwierig wird...
Nachdem die Crew nach der Anstrengung einen "half day off" bekam, gings am nächsten Tag weiter Richtung Langkawi, wo wir eine Woche später zwecks Einklarieren, tanken und mal richtig gut schlafen in der Marina landeten... von wo aus wir am 10. März dieses Jahres unser Abenteuer starteten...
Unser Prachtstück und des Käptn ganzer Stolz - nunmehr mit Solarpaneelen...