An der "Strasse" wird angeblich schon seit Jahren gebaut- Ende nicht in Sicht. Gottseidank hat der Bus Scheiben, sonst wären wir erstickt! Wir sind voll, hinter, vor und neben uns sitzen zahlreiche Kambodschaner, die ihrer Lieblingsbeschäftigung frönen- essen- und zwar lautstark! Die Crew ist im normalen Leben ja extrem allergisch gegen alles schmatzende, saugende, knackende... und ist knapp am Verzweifeln... die Lösung: man stelle sich vor, wie beinahe alle Kambodschaner während und Jahrzehnte nach der Herrschaft des Horrorregimes von Pol Pot & Co. gehundert haben bzw. verhungert sind.... wenn man sich das wirklich buchstäblich vorstellt, wie verzweifelt nach essbarem gegraben, gefischt etc. wurde, und jeder noch so kleine knochen oder fischgröten auf gut österreichisch "ausgezutzelt" wurden, dann.... also solche und ähnliche Gedanken haben die Crew nachdenklich und versöhnlich gestimmt...
Beim einzigen Zwischenstopp gelingt uns ein Blick auf die immer noch seltsame "Diät" dieses Landes... wer empfindlich ist ggüber allem Kriechgetier der möge hier mal nicht weiterlesen bzw. - schauen....
Szene am Strassenrand- alles rot und zugestaubt... wir unterhalten uns mit einem gut Englisch sprechenden Kambodschaner über die Gegend... es wird vom Fischfang im Tonle Sap Fluss und See und vom Reisanbau gelebt. Fische die wir sehen, scheinen fast zu klein zum Essen zu sein. Der See ist hoffnungslos überfischt, und jetzt ist in Kooperation mit den Chinesen ein Staudamm geplant, um Strom für die Gegend zu erzeugen... das soll dem See und der einzigartigen Landschaft dann endgültig den Garaus machen, meint er lakonisch: "Meine Landsleute werden dann zwar Strom haben, den sie gar nicht brauchen, dafür nichts mehr zu essen..." Wir sind betroffen wie so oft in diesem Land, dessen Menschen trotz des Grauens und der zweifelhaften Demokratie heutzutage so freudlich und fleißig scheinen....
Jede Busfahrt hat ihr Ende- unsere am späten Nachmittag und wir taumeln erschöpft in unser Hotelzimmer- Dusche ist angesagt, der Captain checkt vorher noch das Bett und - natürlich- die Fernbedienung für den TV- könnt ja Fußball geben- die Entzugserscheinungen sind offensichtlich furchtbar!
Im Hintergrund als Wandmalerei- kambodschanische Tempeltänzerinnen, die sogenannten Apsaras!
Welcome Mr. and Mrs. Meikl!!!
Lokale Kunst im Hotel...
Kleiner Pool im Hotel- schön anzusehen, es ist immer noch kühl und die Stadt viel zu interessant, um dort herumzuliegen....
Kultur ist angesagt... bzw. in dem Fall Geschichte.. wir besuchen das nahe gelegene S-21, so genannt vom Regime Pol Pots- das berüchtigste Gefängnis dieser fürchterlichen Jahre...
Es hab bei der Befreiung durch die Vietnamesen zur eine Handvoll Überlebender in diesem Lager... jeder einzelne Insasse- Frauen, Kinder nicht ausgenommen, wurde genauestens dokumentiert...
Diese Mauern verlassen wir nach einiger Zeit gerne....
Ein Bild von der Vertreibung der gesamten Zivilbevölkerung aus Phnom Penh... damals war den Menschen ja noch gar nicht klar, was auf sie zukommen würde. Die "Vertreibung" aus der Stadt gelang dem Regime Pol Pot durch einen Trick: man warnte die Bevölkerung vor einer Bombardierung durch die USA- die nie geplant und auch nie durchgeführt wurde...
So jetzt also kommt das wirkliche Sightseeing, imposante Statuen, großzügige Strassen, Standbilder, neue Gebäude- auch hier klafft zwischen "Reich" und "Arm" eine Riesen-Kluft...
Wir begeben uns in den Königspalast.. und fühlen uns in eine Märchenwelt versetzt...
Was für eine großartige Kultur!!!
Zurück auf der Strasse- Realität- wir werden von einer Frau mit Baby angesprochen und um Milch angebettelt... es zerreißt einen förmlich, aber wir achten auf die Zeichen, dass hier Menschenhandel und Kindesmißbrauch betrieben wird. Das Kind ist buchstäblich mager, die "Mutter" nicht... welche echte Mutter würde nicht lieber selbst verhungern, und ihr Kind dafür nicht hungern zu lassen.... man fühlt sich angesichts solcher Beispiele echt machtlos.... generell wird nicht viel gebettelt, sondern zumindest irgendwie durch Getränkeverkauf versucht, sich durchs Leben zu "fretten", natürlich sieht man viele Menschen mit fehlenden Gliedmaßen, "dank" der Personenminen, die nach wie vor überall im Land zu finden sind...
Noch ein bißchen verschlafen ziehen wir uns am nächsten Morgen ein super Frühstück rein! Man merkt, dass hier die Franzosen mal Kolonialherren waren, Baguette vom Feinsten, und erst das Omelette...
Kunst an der Wand...
In Kambodscha gilt auch: Wo Cappuccino steht, da kommt auch einer!!!
Als Nachspeise noch ein Croissant gefällig?
Mit wenigen und einfachen Mitteln wird hier ein schönes Ambiente geschaffen, was man vom normalen Strassenbild nicht so behaupten kann... auf gehts per Tuk Tuk zum "Busbahnhof"- zurück nach Sihanoukville- hoffentlich schwimmt unser Booterl noch!!!
Der Buddhismus hat das Terrorregime überlebt, und blüht in diesem Land!
Lotusblüten für die Opfergaben im Wat!
Bananen im Backteig- der Captain traut sich dann aber doch nicht drüber...
Punkt 11 - naja ein bissi früher - sind wir am "Busbahnhof"... der zuständige Herr macht noch oder schon wieder ein Nickerchen- schaut so aus als wär der Bus noch nicht am eintrudeln....
Wir stellen uns darauf ein und kaufen uns erstmal noch Getränke- und beobachten, was sich auf den Straßen so abspielt!
Kunst am Nagel ist mega in bei den Yuppies hier! Kombiniert mit dem traditionellen Karomustern, welches sich quasi überall wiederfindet...
Kambodschas 5 Sterne Transport???
Der hier hat wohl weniger Sterne- und nur 1 MS!
Da bleibt schon mal einer seelenruhig an der grünen Ampel stehen und telefoniert seelenruhig....
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