Dienstag, 8. Juli 2014

Ein langer harter Weg zu den Turtle Islands.....

Nordborneo scheint uns vorerst nicht ganz gewogen zu sein... tägliche abendliche Squalls (Gewitterstürme) mal mit mal ohne Regen.... ein schöner Ankerplatz vor Pulau Mandidarah, zwar relativ eng zwischen 2 Riffen aber in guter Tiefe und schöne Aussicht auf die Insel. Des nächtens dann der nächste Sturm mit bis zu 48 Knoten Windspitze... gottseidank nicht allzu viel Welle trotzdem hält der Captain Ankerwache bis es sich beruhigt. Eine zweite Nacht wollen wir uns das nicht antun, so heben wir den Anker und segeln zur nächsten Insel nahe am Festland, um bei dieser Wetterlage besser geschützt zu sein...

Ebendort mitten unterm Ankern plötzlich ein Ruf vom Captain "Ingriiiiiiid"... unüblich, weil wir uns normalerweise per Handzeichen verständigen beim Ankern....
Der Captain "steckt" in gebückter Haltung an Deck und kann sich nicht mehr aufrichten, das Kreuz spielt nicht mehr mit. Irgendwie hieven wir ihn unter Deck, damit er sich unter starken Schmerzen hinlegen kann... 3 Tage dauerts, bis er sich halbwegs wieder bewegen kann- auch dank der extrastarken Tabletten einer Seglerfreundin...

Unsere Pläne werden überdacht, wir beschließen die Rally bis zum Ende mitzumachen und dann je nach Verfassung weiter zu entscheiden... und so landen wir fast vollzählig bei den Turtle Islands, Inseln, auf denen Green Turtles und Hawksbill Turtles zuhauf nachts anlanden, um ihre Eier abzulegen.


Normalerweise dürfen Yachten dort nicht ankern, wir haben dank der Sail Malaysia Rally und Mr. Sazli eine Sondergenehmigung, dürfen aber ab 18 Uhr abends nicht per Dinghi anlanden, um die Turtles nicht zu stören. Wir hoffen alle, dass Sazli uns da was organisieren kann...


... und gehen tagsüber per Dinghi an Land, um die Insel zu erkunden...


Wir sind hier ganz nahe an der Grenze zu den Philippinen, und man sollte keine andere Insel, die nicht eindeutig Malaysia zugeordnet werden kann (auf den Charts gibts keine Grenze!!!) anlaufen. Eine Yacht machts trotzdem, und wird freundlich empfangen. Berichtet wird uns jedoch von Dynamitfischern dort, soviel zu Erhaltung des Ökosystems...

Pulau Selingan aus der Vogelperspektive....


Wir bestaunen die Riesenlöcher, die die Schildkröten graben...


... und wundern uns beim ersten Rundumspaziergang, wieso die nicht gscheit zugegraben sind...


... hat da eben dieser hier zugeschlagen???


Die kleinen Krotis haben hier offensichtlich viele Freßfeinde, dieser hier hat den Captain gscheit erschreckt und war ihm zu groß für ein "Gruppenfoto"...

Des Rätsels Lösung: es sind gar keine Eier mehr in den Löchern, diese werden von den Park-Rangern ausgegraben, und hier wieder eingegraben...


Die Eier werden somit geschützt und mit der genau richtigen Temperatur im Sand ausgebrütet- wenn zu heiß dann nur Weibchen, sonst nur Männchen... sobald diese schlüpfen, werden die kleinen buchstäblich in den Sand gesetzt... von 1000 kleinen soll nur eine das Erwachsenenalter erreichen...

Sazli überrascht uns gemeinsam mit dem Tourismusmanager von Sabah und organisiert für die darauffolgende Nacht, dass wir alle von einem Rangerboot abgeholt werden, damit wir dem Eierlegen zuschauen können... wir freuen uns wie die Kleinkinder und hoffen, dass uns, wie vorhergehende Nacht, der Vollmond und gutes Wetter begleiten...


Noch ein paar Bilder von der Insel, klares reines Wasser zum Schwimmen, jedoch rundherum starke Strömungen...








Man sieht in der Ferne schon verdächtige Wolkenformationen, und die ergeben dann folgende Bilder...








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