Freitag, 17. April 2015

Bye bye Thailand...

Am 17. April um Punkt 8 Uhr früh (für den Captain schon fast Mittag, für die Crew noch schwärzeste Nacht) begeben wir uns auf eine längere Fahrt entlang der Küste nach Malaysia.
Grob geplant schätzen wir, dass wir so um den 23. April auf den Perhentian Islands in Malaysia ankommen müßten... lauter lange Tagestörns...

Wir wollen die Nachtfahrten in diesen Gewässern tunlichst vermeiden, und hoffen, dass wir halbwegs wenig Welle haben werden vor Anker...

Der erste Tag ist ein wundervoller Segeltag- wir beschließen, die Westküste von Samui runter zu segeln, und haben ab dem Kap tollen Wind....

Wir wollten eigentlich in der Nähe von Khanom ankern, dort wo Birgit und Werner so gerne urlauben, und Ihnen ein schönes Bild von "ihrem" Resort schicken, leider nein, zuviel Welle, wir hoffen auf eine Einbuchtung der Küste etwas weiter südlich.

Schließlich fällt unser Anker um ca. 18 Uhr auf 2 Meter unterm Kiel, natürlich wurde die Tide vorher gecheckt...

Herrlicher Wind an der Westküste von Samui...


Achtung Bananen an Bord, für uns ein Aberglaube, oder doch nicht? Bald wird sichs weisen...


Die Ferry bringt die Urlauber zurück ans Festland- juhu wir dürfen noch bleiben!!!


Begegnungen wie diese stecken wir schon cooler weg...


TÜV läßt grüßen...


Anker up um 6.15 Uhr, Motor und Großsegel. Der Captain hat Erbarmen mit der Crew und schickt sie wieder in die Koje- ein Genuss, im Vorschiff wieder eingeschaukelt zu werden...
Mittags rastet der Captain ein wenig, bis der Wind dann auf 15 Knoten auffrischt, später dann etwas böig von 17 bis 22 Knoten, Wind aus 50 Grad von Backbord, super Segeltag.

Wir ankern auf 3 m unterm Kiel in the "middle of nowhere", ca. 60 Seemeilen vor Songkla, wo wir planen, in einer großen Flußmündung zu ankern, wieder mal eine Nacht ohne wackeln wär schön!!!

Nach eben so einer wackligen Nacht wird der Anker um 5.45 Uhr gehoben, der Captain steigert sich langsam..., am Vormittag noch Wind aus fast gegenan, wir motorsegeln, ab 14 Uhr dann unter Segeln weiter. Die Tide hat um 17 Uhr ihren Tiefstpunkt, also gut zum Reinfahren in die Flussmündung des Ortes Songkla...

Da lassen wir euch wieder ein wenig mitschauen...

Ein Leuchturm- wir sind RICHTIG!



Vor der Mündung baut sich eine gscheite Welle auf, und das Wasser wird bräunlich vom Schlamm, der hier ins Meer gespült wird...


Wenig Verkehr, aber es scheint auch ein Tiefseehafen hier zu sein...



Wir pirschen uns an...


Leuchtturm passiert!


Tiefseehafen...


 Ein schöner Springbrunnen an der Mole...


Jetzt gehts los... wir werden langsam noch wachsamer, diese (wahrscheinlich) Fischfallen oder Befestigungen für Netze gefallen uns gar nicht. 


Nochmal von der anderen Seite..


Wieder diese ominösen Teile, noch nirgendwo vorher in dieser Form gesehen, müssen die wirklich überall sein- und vor allem, wie weit reichen sie unter Wasser?


Am einen Ufer befindet sich eine prächtige Moschee...


Aber wiederum...




Die Ferry rast vom einen Ufer zum anderen...


Die befahrbare Wasserfläche wird durch diese Hindernisse immer enger- und wir fahren, da sie versetzt sind, ein wenig zickzack....


Links parkt die Navy...



Wir suchen in diesem Gewirr nach einem passenden Ankerplatz....




Ganz schön schnittig, das Teil..



Aufgrund des trüben Wassers gibt es hier keine Möglichkeit, zu sehen, was auch nur mehr als 10 cm unter Wasser schwimmt.

Die Strömung beginnt stärker zu werden, die Tide fällt, und es wird dämmrig, höchste Zeit für den Ankerplatz! Im Moment als die Entscheidung gefallen ist und der Captain die übliche Runde fährt, bekommen wir "etwas" in die Schraube und diese blockiert momentan!!! Geistesgegenwärtig wie er halt so ist, versucht er in der Not den Rückwärtsgang, es löst sich etwas, aber man fühlt, nicht alles.... wir treiben in Windeseile auf so eine Holzkonstruktion zu. Die Crew ist gelähmt und kann nur denken, Anker werfen... aber das wär zu spät gewesen, so nahe sind wir... im letzten Moment dreht die Schraube wieder- ein Risiko, man kann hier vieles kaputtmachen... aber uns bleibt keine Alternative. Hinter diesem einen Hindernis fällt schließlich um 19 Uhr der Anker mit ca. 3 m unterm Kiel, passt....

Herzklopfen... ist ja einerseits noch mal gut gegangen, andererseits fürchten wir zu Recht, dass wir durch das nicht gleich Abstellen der Schraube einen Schaden erlitten haben.

Es nützt alles nichts, die Crew muss ins trübe, mittlerweile fast ganz dunkle Wasser, noch ohne Tauchflasche, nur um zu checken, ob noch was in der Schraube hängt....

ANGST! Wer hätte die nicht? Augen zu und durch...

Augen zu wär gar nicht notwendig, da man mit Taucherbrille die eigene Hand 10 cm vor Augen nicht sehen konnte. Also nochmal kurz Luft holen und sozusagen im Blindflug zum Propeller. Natürlich mit den Schutzhandschuhen... der Propeller war gefunden, voll mit Seilen oder ähnlichem, genau durch Greifen nicht zu bestimmen.... mit Schwimmflossen war es gerade noch möglich, so stark war die Strömung. Nach dem Duschen war wohl der wohlverdiente Bacardi Coke ebenso stark, obwohl dies ist im Logbuch nicht dokumentiert...






Es gibt eine unruhige Nacht, voller Sorge. Um 8 Uhr wird die Crew geweckt, der Kaffee ist schon serviert, ein paar Schluck, und dann rein ins Taucherequipment... Sicht um einiges besser, die Sonne scheint, und die Strömung hält sich auch in Grenzen, was will man mehr vom Leben?

Wir lassen euch natürlich ein wenig am Abenteuer teilhaben... ein kleines unsicheres Lächeln für den Fotografen...


Voll "bewaffnet"!


Der Übeltäter, ein Riesen- Reissack (sehr reißfest) mit Seil dran, na toll!!! Unten bei der Schraube ist alles fest, Captain checkt auch im Motorraum, noch mal gut gegangen...


Ein echtes "erleichtertes" Lächeln danach... cheers (mit Kaffee)...


Die Crew rastet ein wenig, und der Captain macht noch eine Ehrenrunde mit dem Dinghi. Eigentlich wollten wir Songkla einen Besuch abstatten, und im Wat ein paar Kerzen für unser Glück anzünden...


Doch halt, unser mittlerweile sehr verläßlicher Dinghi Motor scheint den Geist aufgegeben zu haben... sollte es den Captain tatsächlich aufs offene Meer hinaustreiben???


Gottseidank, da kommt er schon...


Große Wiedersehensfreude! Was ist passiert? Den Benzinhebel nicht einzuschalten, das kann auch dem besten Captain mal passieren ;-)


Wir flüchten ob der gerade erlebten Abenteuer... vorbei an alten Freunden... und ganz kurz taucht auch noch eine Wasserschlange neben uns auf, eine von den schönen geringelten... sollen ja gar nicht richtig beißen können, sagt man, sind aber hochgiftig....



Nochmal zum Bewundern...





Ein wenig mehr Verkehr heute, die Ferry rast an uns vorbei...


Wir nähern uns, noch nicht 100 % ig erleichtert, der Ausfahrt..


Der hats besonders eilig...








Und weiter gehts gen Süden...




Um 10.15 Uhr sind wir endlich "draußen"!!! Wir planen einen kurzen Tagestrip nach Süden, wenig Wind, nur Vorsegel und Motor. Es sind nur 20 Seemeilen zu einer kleinen Insel, hinter der wir uns verstecken wollen.
Um 14.15 Uhr fällt der Anker auf ca. 5 Meter, man sieht jedoch keinen Grund, wie überall hier in der Gegend.

Die Crew rastet und muss das ganze erst einmal verdauen... ein zufälliger Blick aus dem Cockpit- rosa Delfine- ganz selten in der Gegend!!!





Das ist "unser" Inselchen...





 Am Weg noch ein kleiner Gruß aus Austria?



Den Captain plagen die "itchy feet", er muss raus und fährt per Dinghi ans Festland, und bringt tolle Bilder heim!





Ganz allein auf weiter Flur- äh- See...


Dinghi ganz allein...









Endlich, die Schnauze!!!


So und jetzt bitte mit Zoom!!!




... und die kalte Schulter!


Zuguterletzt sehen wir noch eine Herde Wasserbüffel ganz gemütlich am Strand herumbummeln... leider zu weit weg für ein Foto...

 Der Captain entspannt...


... und bewundert den Sonnenuntergang... GOOD NIGHT!


Nach einer super ruhigen Nacht versteckt hinter Ko Kham gehts um 6.30 Uhr weiter, kein Wind... fahren bei Patthani vorbei, wieder eine Flußeinfahrt, die wir nach unseren Erfahrungen in Songkla nun mal meiden möchten...

So sieht das aus, wenn sich der Captain erbarmt und nach so einer frühen Tagwache wieder in die Koje entläßt- danke Captain!


Ein Hoch auf den Erfinder des Klettverschlusses... des Captain's Rasierspiegel...


Die Markierung an der Fischerboje mit österreichischer Fahne hat uns an unsere Wurzeln erinnert, und so wird heute bei ruhigem Meer ein Sauerteigbrot gebacken, und dazu gibts original oberösterreichischen Erdäpfelkas- mniam!!!

Sauerteigbrot nach Rezept von Sauerteigmischung von Altnatura- erhältlich in Österreich beim DM- Nachahmung empfehlenswert... 


Gegen 14 Uhr frischt der Wind ein wenig auf und wir können segeln...

Eine kleine Insel wollen wir uns ansehen, ob dahinter genug Schutz, sie heißt Ko Lopi, und wir verzichten dankend... an Land sehen wir einige Wälle aus Stein, zum Schutz für Fischerboote, leider ist das Wasser dahinter für uns zu flach, wir ankern daher um 18.30 Uhr wieder mal im Niemandsland an einem kilometerlangen einsamen Strand, wenn alles gut geht, dann wird das die letzte Nacht bevor wir die Perhentian Islands in Malaysien erreichen....

Ko Lopi hat den Namen kaum verdient- Ko heißt Insel, das ist eher ein Felserl... 



Am 22. April geht der Anker um 5.30 Uhr hoch, nach einer halbwegs ruhigen Nacht...
Der Landwind bläst aus 60 Grad Steuerbord, dreht aber dann auf 40 Grad, und ist um 11 Uhr dann ganz weg. Zum Trost gibts Kartoffel-Krautsuppe und wir motoren die ca. 80 Seemeilen zu den Perhentians, um 19.20 Uhr quasi beim Finsterwerden fällt der Anker auf 15 Meter vor dem Riff und wir fallen in die Kojen... hier bleiben wir mal, sind wir doch noch sehr früh dran für unseren Heimflug nach Österreich... wenn wir nicht aus Thailand ausreisen hätten müssen, wären wir sicher noch länger oben geblieben...

Am Grenzfluss zu Malaysia...




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen