Samstag, 5. September 2015

Tioman nach Puteri Harbour- westlich von Singapur....

Um 8.30 Uhr heißts Leinen los, wir motoren erst mal Richtung SSW. Plan ist, ca. 40 Seemeilen südlich vor einer der Inseln die Nacht zu verbringen.

Davor passieren wir noch dieses Monster, das hier vor Anker liegt. Gehört dem Besitzer des hiesigen Berjaja Resorts, soll das Beste vor Ort sein,  wir waren dort essen, und es war unbeschreiblich... furchtbar... Dazu gehört die private Berjaja Airline, die als einzige Tioman anfliegt, aber auch nicht regelmäßig, man kann sich nicht darauf verlassen. Wundert uns jetzt nicht sonderlich. Der Chef jedenfalls wohnt auf diesem......


Schiff? Hotel? Cat? Whatever...


Solange der Captain schon den Kaffee gemacht hat, ist auch das Aufstehen nicht soo schwer...


So in etwa siehts aus, wenn der Captain wegen eines Faux Pas der Crew am Verzweifeln ist ;-)


Wie man unschwer an der Kleidung erkennen kann, wirds windiger, regnerischer und ruppiger auf See. Der vorgekochte Eintopf braucht auf unserem kardanisch aufgehängten Ofen nur mehr aufgewärmt werden...


Die Nacht vergeht ereignislos.. sodass wir am 5. September schon um 6 Uhr früh- stockdunkel- den Anker lichten und mit Genoa und Motor Richtung Singapur düsen. Hier nähern wir uns schon dem Middle Channel, weichen einem bekannten Wrack aus- rechts neben dem Schiffssymbol. Das Wetter ist durchzogen, Gewitterwolken ziehen herum, wir hoffen auf Schonung..


Wir entdecken ein "neues" Wrack, welches auf den Karten noch nicht verzeichnet ist...


Und das schaut jetzt nicht soooo gut aus, Schlechtwetterfront genau dort wo wir sie nicht brauchen. Es gilt eine relativ enge und seichte Stelle mitten von kleinen Inselchen östlich von Singapur zu passieren... Das Großsegel ist schon weggepackt, das Vorsegel gerefft...


Rein optisch kann man nie so genau sagen, wie stark der Wind aus so einer Front werden wird. Sieht nicht so schlimm aus, dennoch fetzt es dann ganz schön. Weil jedoch unser Windmesser gerade zickt, wissen wir es nicht genau wieviele Knoten, und das ist eigentlic (für die Crew) gar nicht so schlecht (besser man weiß es nicht)!!!

Kurze Schrecksekunde mitten im schlimmsten Regen, der Captain am Steuer, die Crew starrt durch die verregnete Brille aufs Wasser- blind quasi... plötzlich gleich neben uns eine Fischfalle mit Mini Boje gekennzeichnet, wir kommen vorbei, ohne dass sich etwas in die Schraube wickelt. Das wäre in so einer Situation bei dem Wind so nahe an Untiefen echt fatal... gut, in letzter Konsequenz wirft man halt den Anker... aber das bleibt uns gottseidank erspart.

Ach das Meer könnte so schön sein, ohne das ganze Zeug, das darin herumschwimmt!!!


Sorry fürs schlechte Foto aber hier seht ihr ein weiteres Wrack, fast mitten in der Schifffahrtslinie...


Jedes Unwetter hat mal sein Ende und wir sind schon wieder fast trocken... Wir haben natürlich unser AIS eingeschaltet, welches uns schön anzeigt, wer so vor, neben, hinter uns herumgurkt.. Dieser hat einen tollen Namen, COOL DUGONG!


Unsere malayische Gastlandflagger wirds nicht mehr lange machen...


Wir rasen mit über 8 Knoten über Grund unserem Ziel entgegen. Wollen östlich von Singapur ankern, gleich neben einer Navy Base in ruhigem Gewässer, verbringen eine tolle, ruhige Nacht.


Ein paar kleine Hindernisse gilt es zu Umschiffen....


Wir lassen uns von der Strömun mitziehen und haben einen echt relaxten Tag um Singapur.. immerhin ist es das dritte Mal und es wird von Mal zu Mal einfacher, sodass man es sogar irgendwie genießen kann. Noch ist der Smog aus Sumatra noch nicht so schlimm, dass man das Nebelhorn brauchen würde.

Westlich von Singapur gehts nach Norden unter der Second Link Bridge, die Malaysia mit Singapur verbindet, durch. Hoch genug!

Wir beobachten so manches, vergessen aber NIEMALS, im Wasser auch nach kleinen Hindernissen Ausschau zu halten. Die Strömung ist wieder mit uns, Wind läßt nach, und es ist kochend heiß...

Hier werden offensichtlich Rettungschiffe für große Tanker getestet...


Schaut irgendwie "spacig aus"!


Ok, diese hier schwimmt!


Die Brücke ist 28 Meter hoch, unser Mast knapp über 17 Meter, und trotzdem schaut es immer wieder knapp aus... super wenn genau in Mitte der Brücke wieder irgendein kleiner Fischer sein Schleppnetz legt...




Wir landen um 16.30 Uhr gut in der Puteri Harbour Marina, OUFF! 49 Seemeilen zickzack in nicht ganz 9 Stunden sind ganz ok, finden wir....

Obwohl noch relativ neu, fällt das äußere Breakwater hier schon zusammen.

Aber sonst ist alles beim Alten, sogar unser Lieblingsrestaurant in ganz Malaysia gibt es noch, das besuchen wir gleich heute! Nordindische Küche vom Feinsten! Sie kennen uns noch von vor 1,5 Jahren, der Captain ist happy weil er während des Essens und natürlich danach Fussball schauen kann... die Crew genießt einfach nur Burg Tikka Masala, Dhal und dergleichen und lernt begeistert die ganze Speisekarte auswendig... aber ganz offensichtlich sind wir hier nicht alleinige Fans!!!



http://www.tripadvisor.com.ph/ShowUserReviews-g298278-d4277975-r199939672-Olive_Kitchen_Bar-Johor_Bahru_Johor_Bahru_District_Johor.html

Wir bleiben ein paar Tage zum Rasten, Essen, Herumwerkeln, Einkaufen, Internet verlängern, und wir müssen unseren "Visa Run" nach Singapur machen. Wir sind zwar noch nicht 3 Monate in Malaysia, aber diese Frist würde auslaufen, während wir in Lumut weiter nördlich in der Werft wären. Da ist die Grenze nach Thailand weit entfernt, und Singapur liegt ja quasi ums Eck, von daher...

Wir fahren mit dem Taxi zur Brücke, danach Bus über die Brücke, Grenzformalitäten, Bus weiter in ein Einkaufszentrum, wir suchen nicht-Chinesisches essen, das ist einfach nicht unseres. Gedämpft, gekocht, und alles voll mit dicker brauner Sauce.... NO! Wir finden ein Sushi Lokal, das schmeckt mittlerweile auch dem Captain... Danach kommt der Captain zum Friseur...




Nach einem Starbucks Kaffee zum Überbrücken der plötzlichen Sintflut von oben gehts wieder retour nach Malaysia aufs Schiff. Wie immer hatten wir zu erfolgreich verdrängt, wie extrem in Singapur jedes Gebäude und Öffis heruntergekühlt werden und frieren uns fast zu Tode...


Dem Captain fällt immer wieder was ein, und aufgrund der Enge des Ankerkastens meldet sich die Crew freiwillig zum reinkriechen und putzen- mit einem Klopinsel! Zuerst wird die 60 Meter Kette feinsäuberlich am Steg ausgelegt...


Wir bestellen letztendlich unsere Farben für den Unterwasseranstrich... Jotun in Kuantan bzw. Mr. Daniel ist extrem hilfreich, macht uns ein super Angebot, und die Farben werden "free of charge" auf den Tag genau nach Lumut geliefert, nicht bevor wir da sind und übernehmen können, und auch nicht zu spät, damit der Arbeitsbeginn nicht verzögert wird... hoffen wir das Beste! Daniel ist ein sehr freundlicher Chinese Malay und berät uns auch sehr gut in Sachen Mengen...

Jetzt ist natürlich eine Überweisung fällig, und unser Ladies im Marinabüro meinen, es gibt weit und breit keine Bank und wir müssen mit dem Taxi in die nächste Stadt... super... wir zweifeln diese Info an und fragen in einem Hotel nach- na klar gibts eine Bank, 10 Minuten zu Fuß entfernt im neuen, oberprotzigen Regierungsgebäude. Also nichts wie los! Die Damen dort wollen uns doch tatsächlich die Überweisung nicht machen, da wir die dazugehörige Rechnung nicht vorlegen können. Den Captain verläßt die Geduld und er geht das Gebäude fotografieren, die Crew leistet Überzeugungsarbeit (es ist doch wohl unsere Sache, wem wir was überweisen... so in der Art, aber natürlich lächelnd und überfreundlich)....



Mitten im Niemandsland wurde hier eine Riesenanlage für die Regierung gebaut, es scheint alles leer und unbewohnt zu sein...


Tolle Architektur...






Captain, bleib doch mal für ein Foto stehen!!!! Die ganze Anlage ist menschenleer...


Na endlich posiert er mal ordentlich!


Den Damen in der Marina erklärt der Captain natürlich, wo die nächste Bank ist (als Info bzw. Erleichterung für andere Segler), und sie scheint sehr beleidigt zu sein... von wegen verletzte Ehre... manchmal sind wir sind sicher, sind sie so unwissend, oder geben sie absichtlich keine Informationen. Das ist zwar ein böser Gedanke, es passiert uns jedoch so oft, dass wir langsam zu zweifeln beginnen... Hilft dir keiner, hilf dir selbt!

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