Montag, 2. November 2015

Langkawi hat uns wieder, hoffentlich nur kurz... und ein paar interessante Begegnungen... der Captain als "Lebensretter" etc.etc..

Gleich frühmorgens ein Riesenschreck beim Captain...


Er öffnet die Vorschiffluke und findet sich Auge zu Auge mit diesem Ungetüm wieder- und das ohne Brille....

Mal mit Zoom... ein Calamari... lebt der noch???


Schaut nicht so aus, als ob wir bald wegkämen- Stichwort Kühlschrank...


Freund Chris der hier seit 2 Jahren ein Business für Segler betreibt empfiehlt uns einen "fridge expert", einen Malaien namens Adnan... Glück gehabt, hätte er auch Azman geheißen wie derjenige von Lumut, ich hätt ihn nicht mal angerufen...

Er kommt promptest (Chris meinte er ist der geschickteste Malaie, den er in Jahren hier kennengelernt hat, also lassen wir ihn überhaupt ran...). Der alte Kompressor ist ja nicht mehr zu gebrauchen, weil in Lumut ja alle Leitungen gekappt wurden, also so einen brauchen wir auf jeden Fall, eventuell einen größeren... Der Captain will gleich ein ganzes Fridge System bestellen, die Crew eigentlich auch... Adnan schaut sich alles an und meint, das ist ja alles wie neu, er möchte einen Versuch starten, die Kühlplatte und Leitungen mit seinem eigenen Kompressor zu verbinden. Er kann gut Englisch und scheint uns glaubwürdig zu sein, also gut... er meldet sich jedoch gleich am nächsten Tag und meint, das läßt sich nicht mehr richten-also los, bitte Teile in Singapur für uns bestellen, soll 3-4 Werktage dauern... ist in Malaysia trotzdem unsicher, wegen der vielen vielen vielen Feiertage, wo gar nix geht!

Derweil erinnern uns Fotos wie diese, wie viele dieser fürchterlichen Viecher hier unterwegs sind...


Wir haben die Nase voll von Arbeiten und werkeln in der Marina und brauchen eine Pause...
auch weil wir die letzten Tage von einem Portugiesen namens Antonio belagert wurden, der unbedingt unser Schiff kaufen möchte. VERKAU'FEN? Ja, das hatten wir geplant, aber so schnell?

Seit Oktober ist der Verkaufsgedanke fix, so ganz nach dem Motto "Man soll aufhören, wenns am Schönsten ist...". Stimmt für uns nur bedingt, aber wir haben alles für uns machbare hier "abgegrast" und genossen, und genau hier tritt obiges Motto in Kraft. Wir haben bei unserer Suche so viele Bootsbesitzer getroffen, die verkaufen wollten und monate- und auch jahrelang hier in der Gegend festsaßen... also fiel der Beschluss, und wir hatten die ganzen Daten und Fotos schon im Oktober an unseren LIEBLINGSMAKLER Paul in Langkawi geschickt. Er hatte schon einige Interessenten, aber die meisten warten doch bis das Boot in Langkawi oder in Phuket steht.
Wir hatten Paul noch gar nicht getroffen, geschweige denn ein Schild "For Sale" von ihm bekommen, als es in dem Moment an der Bordwand klopft, als Mike grad den Ofen zwecks Kühlschrankreparatur ausbaut.... draußen stand Paul mit einem Interessenten, der eigentlich ein ganz anderes Boot am selben Steg besichtigen wollte- Welcome Antonio. Unser Chaos an Bord empfindet er "als das am schönsten gepflegte und sauberste Boot, das er je bei einer Besichtigung gesehen hat", ja danke das ist ja nett gesagt! Er belagert uns 3 Tage lang und möchte unbedingt kaufen, aber wenn dann jetzt sofort! Sein Plan? Der ist so unglaublich, dass wir es eigentlich gar nicht so ernst nehmen am Beginn. Nach ein paar Tagen und langen Abenden sind wir genervt und beschließen, während unsere Kühlschrankteile irgendwo am Weg nach Langkawi sind, die Zeit zu nutzen, um an der Nordostküste das sogenannte "Hole in the Wall", Teil des Kilim Geoparks, zu besuchen. Wetter ist noch durchwachsen, aber so ein paar Squalls mehr oder weniger sind uns ganz klar gesagt in dem Fall egal...

Am Weg begegnen wir einer Riesenyacht...


Wir kratzen kurz vorm Finsterwerden "die Kurve" und verstecken uns hinter einer Inselkette.... ganz einsam neben einer Fischfarm...


"Morgenstund hat Gold im Mund", als ob der Captain den Spruch erfunden hätte....


Vom Ankerplatz unten soll es zum Ankerplatz links oben im Bild gehen, eben durch das berühmte "Hole in the Wall"...


Eins der Highlights der 3 Jahre aus der Sicht der Crew: bei leise säuselndem Wind und nur mit Vorsegel gleiten wir langsam Richtung "Hole in the Wall" als der Captain meint: "Wir brauchen unbedingt Bilder und Filme unter Segel", sprichts, springt ins Dinghi und fährt davon. Die Crew segelt langsam und gemächlich weiter, muß zwei Halsen machen, bei wenig Wind kein Ding, und der Captain staunt, dass es ohne Anweisungen auch so gut klappt ;-)


Duch diese Manöver sind wir etwas später dran als geplant und es kommen schon die ersten Touriboote.... die hier ein und ausjagen.


Man siehts noch nicht so ganz, so eng scheint es ja doch nicht zu sein. Obwohl hier ja nur alle 50 Jahre mal ein Taifun passiert oder streift, wird dies als "hurricane hole" gehandelt. Viele Segler lassen auch hier ihr Boot auf Moorings, um das Geld in der Marina bei Abwesenheit zu sparen. Allerdings ist es hier so feucht, dass die Boote allesamt von einer grünen Schicht überzogen sind...


Man sieht schon rein...


Und schön brav aufgefädelt die ersten Yachten....



Geschafft! Wir sind durch!


Langsam fahren gibts bei den Motorbooten nicht... wie man da die Natur genießen und vor allem hören soll???


Ein paar Hundert Meter weiter drehen wir um und beschließen, hier keine Nacht zu verbringen... zu viele Boote, zu viel Lärm. Gesehen haben wirs....

Kaum an Land, steht des Captains großer Zehe ein Stein im Weg- Frechheit!


Einsamer Ankerplatz- hinter uns die intakten Mangroven.


Per Dinghi wird die Karstlandschaft erkundet.





Nach einigen Tagen wirds uns dann doch fad und wir checken die Wetterlage, weil wir am Datei Beach ankern möchten, der schönste auf der Insel. Liegt nach Norden offen, und das ist im beginnenden Nordostmonsun nicht so optimal, aber wir gehen das Risiko ein. GANZ KLAR, am frühen Abend streift uns ein kleines Gewitter, aber die Nacht bleibt ruhig.

In der Zwischenzeit erreichte uns über Makler Paul ein Angebot von Antonio, welches wir einstimmig beschlossen- ABLEHNEN! Es geht nicht um viel, aber irgendwie passt uns das Gesamtpaket nicht.
1. Angebot zu niedrig (obwohl es bei ihm um nix geht, er hat Kohle ohne Ende)
2. Verkauf sofort, Übergabe sofort- macht Druck!
3. Grund sich ein Segelboot zu kaufen (und das ist jetzt kein Gschichtl von uns!!!):
er war jahrelang (fast 20 Jahre) in Südostasien als Korrespondent tätig, mit Hauptsitz in   Ost Timor, hat dort ein Haus und einen Hund (Rottweiler über 50 kg), den ihm keine Airline aufgrund des Gewichtes nach Europa (will zurück nach Portugal) bringt. Idee: kauf ma doch schnell mal ein Boot und segeln über den Golf von Aden ins Mittelmeer- ungefähr so klangs- verrückt. Ist kein Segler!

Makler Paul meinte zwar, prinzipiell kann es dem Verkäufer egal sein, was der Käufer dann so treibt, und er hat ja recht (beim Autoverkauf fragt man ja auch nicht, ob der Käufer genug Fahrpraxis hat oder schön brav Brille trägt), aber dennoch, es hat uns doch beschäftigt.

Entscheidung ist gefallen, gut so! Wenn der Kühlschrank fertig ist, hält uns hier nichts mehr!


Beim Aufräumen im Regenguß kanns auch mal ungemütlich kalt werden!


Da unsere Ersatzteile für den Kühlschrank nun schon bald ankommen müßten- Ungeduld- wir sehnen uns nach Thailand- gehts zurück in die Telaga Marina... keinen Tag zu früh weil die nächsten Tage sind die abendlichen Gewitterstürme besonders heftig...


Wir putzen und schniegeln und striegeln unser Boot, da wir uns in Phuket nicht lange damit aufhalten wollen...

Und so siehts aus, wenn es einen weniger motivierten Segler so gar nicht mehr freut.... beim nächsten Regenguss sinkts....


Schon zu etwas späterer Morgenstund macht der Captain einen kleinen Spaziergang und kommt ewig nicht daher!!! Was ist los?


Und kommt ganz aufgeregt zurück! Erraten kann die Crew nicht was passiert ist, so unglaublich! Doch war sie schon ganz nah dran: "Hast wieder mal ein Pferd eingefangen?" Die Gschicht ist 2012 passiert, als wir auf Bootssuchurlaub hier waren, mitten auf einer stark befahrenen Straße galoppierte ein Pferd heran, und der Captain hats mit bloßen Händen gefangen! Crew, sorry, damals nur Frau, war STOLZ!

Diesmal noch stolzer, man schaue genau... der Captain ging natürlich nicht auf der Straße spazieren, sondern daneben, und erschrickt, in Gedanken versunken, bei einer plötzlichen Bewegung im Abwasserschacht... ein Waran?

NO, EIN STIER! Der Arme!!! Ist irgendwie reingerutscht und blöd gefallen, keine Chance sich hier allein zu befreien. Bei den Temperaturen wäre der in ein paar Stunden am Hitzschlag verendet..





Allein kann er ihn nicht helfen. Also raus auf die Strasse, Auto aufgehalten, den Fahrer gebeten die Polizei und Feuerwehr zu holen. Als die kamen, hatten sie keine Idee, wie dem armen Tier zu helfen wäre und so entwirft und koordiniert der Captain das Rettungsszenario...


Das war jetzt wirklich die gute Tat des Tages und zufrieden spaziert er über den Strand heim zur Marina...


TAGWACHE IM MORGENGRAUEN! Und sogar die Crew steht mit auf, die Neugier treibt uns zum......
Wahnsinn, 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,2, km Laufen.... und bei der Hitze... allein die Naturkulisse für dieses Ereignis ist in Langkawi großartig....

Alles perfekt organisiert...


Die Räder alle numeriert....


Mike hat die Startliste studiert, und sucht nach den Nummern der Handvoll Österreicher....


Im  Morgengrauen wird gestartet... Mike und die Crew schüttelt es beim Gedanken, hier zu schwimmen... kaum einer der Schwimmer trägt einen Ganzkörper-Schwimmanzug, und bei den gefährlichen Quallen hier... genau hier in dieser Bucht hat es vor ein paar Jahren einen Deutschen ganz schlimm erwischt, und er hat nur knapp überlebt (Würfelqualle)...





Die Stimmung ist echt einmalig!!!











Auch Malaysia ist im Selfie-Fieber...







Die Crew hat was entdeckt....


Aber vorher gehts zur Umstiegstelle - aufs Rad!



Da gibts Geschickte...





Na endlich, ein Kaffee muß her!


Ein Ösi! Reagiert aber nicht auf des Captains Anfeuerungsrufe....


Wir sind vom Zuschauen schon erschöpft- aber muss man mal gesehen haben!

Man schreibt den 16. November, und ENDLICH kommen unsere Ersatzteile für den Kühlschank! Es wird eingebaut! Grüße- recht wenig herzlich- an die Werft von Jeanneau- um die Verbindung von Kompressor (unterm Ofen) zum Kühlschrank herauszubringen, mußte der Captain im Holzpaneel hinterm Ofen ein großes Loch ausschneiden. Darüber hinaus wurde diese Leitung dahinter mit Kabelbindern an anderen Leitungen festgemacht, mitdenken verboten möchte man fast sagen! Aber jetzt ists soweit, die drei hackeln wie die Blöden...

Wenn sich die Leitung doch nur biegen ließe.... läßt sich, aber nur vorsichtig, sonst Bruch und alles umsonst...


Die Platte ist auch neu, obwohl die alte ja nicht kaputt war, nur .... siehe Geschichte in Lumut...


Das ominöse Loch in der Rückwand!


Das schaut ja schon mal gut aus!!!


Das Thermosstat im Gewürzkastl will noch nicht ganz...


Da wird auch noch was ausgetauscht... wir wollen gar nicht daran denken, dass nur diese Kleinigkeit der einzige Fehler war... wie der Captain immer so schön sagt, vorbei ist vorbei, nach vorne blicken....


Letzte Arbeiten am neuen- und stärkeren- Kompressor. Dieser sollte nun nicht mehr dauernd laufen...


Die Crew wäre vorsichtshalber der Meinun gewesen, wir warten zumindest 24 Stunden ob das ganze auch auf Dauer läuft, bevor wir Richtung Phuket weiterziehen... NO WAY! Am selben Tag wird ausklariert, die Marina bezahlt, alles abfahrbereit gemacht.

Seit unserer Abfahrt aus Terengganu sind noch viele Wochen der Anstrengung vergangen- wir möchten nur noch rauf nach Thailand, die letzten Monate genießen...... Käufer werden sich dort oben ebenso gut finden lassen! Im Juni 2016 wollen wir dann fix wieder nach Österreich, vorher soll noch in Ruhe Abschied genommen werden!

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