Samstag, 8. Dezember 2012

Meikls go Borneo...

Am 7. Dezember abends fliegen wir nach Kuala Lumpur, übernachten dort im Airport Hotel und fliegen frühmorgens weiter nach Labuan, angeblich die Perle von Borneo, aber naja... wir fahren mit dem Taxi zur Marina, um dort auf unseren Skipper zu warten der von den Philippinen kommt. Plan ist, dass wir mit einem Stopp in Miri (Festland Borneo) durchgehend nach Melaka (oder english: Malacca- namensgebener Ort für die Strasse von Malacca) segeln, oder je nach Wind halt motoren müssen. Der Skipper möchte seinen Kat nach Phuket überstellen, um ihn dort zu verkaufen, und wir möchten diesen nicht so leichten Törn (Strait of Singapore...) mitmachen, um a) zu testen, ob uns ein Kat überhaupt taugt und b) ob wir fürs Leben an Bord wirklich so geeignet sind wie wir glauben und hoffen...



Segeltörn Labuan- Malakka
Seemeien: ca. 780 Seemeilen
Ankunft Labuan per Flug aus Kuala Lumpur um 10.30 Uhr am 8. Dezember 2012
Fahrt zur Marina Labuan per Taxi, die Marina ist geschlossen wg. Reparaturarbeiten!!!
Wir schicken Hermann ein Mail mit dieser Auskunft, dieser kommt um ca. 14.00 Uhr dort an und ankert außerhalb der desolaten Steganlage in der Marina. Wir warten dazwischen komfortabel im Marinagebäude in einem Extra-Zimmer mit Klimaanlage und Free Wifi, Mike schläft sogar eine Stunde dort!
Als Hermann ankommt, gehen wir vorerst mal einklarieren, da er aus den Philippinen ankommt. Danach geht’s in diverse Duty Free Shops, um Getränke (Alkohol…) einzukaufen, ein Taxi bringt uns und diese zur Marina. Zurück zu Fuß nach Labuan Town, um dort in einem Einkaufszentrum ein bisschen Proviant einzukaufen, leider gi bts nicht wirklich was Gescheites, vor allem kein Obst und Gemüse. Lt. Herrmann wird das meiste importiert, weil die Malaien bauen nichts Ordentliches an…. Sehnsucht nach den thailändischen Märkten…
Zurück zur Marina „fahren“ wir mit dem vollgepackten Einkaufswagerl, laden Getränke und Einkäufe und unser  Gepäck auf Hermanns Riesen-Dingi und fahren zum Boot.
Wir heben den Anker um ca. 17.00 Uhr, leider wickelt sich die Ankerkette beim Heben um den Anker und Hermann muss das „ausfädeln“. Raus aus dem Hafen bei Sonnenuntergang sehen wir viele mittlerweile beleuchtete Schlepper und am Land Ölspeicheranlagen mit Schornsteinen, wo oben zahlreiche Feuer leuchten. Zusammen mit der Stimmung vom Sonnenuntergang sehr beeindruckend. Rundherum sieht man tiefliegende Wolken, die möglicherweise zu sogenannten Squalls werden können. Und das passiert dann auch prompt, bei einbrechender Dunkelheit und unter Segeln. Dazwischen ist gottseidank der ganze Proviant verräumt. Ein Squall ist ein lokales Gewitter, begleitet von Regenschauern, Blitzen und Wind von in unserem Fall 25 Knoten aus nordwestlicher  Richtung, bei Fahrtrichtung West.
Hermann der Skipper bleibt cool, Mike ist in seinem Element, und Ingrid nimmts gelassen, es wird wohl nicht eine Woche lang durchgehend so sein… ein toller und spannender Empfang! Das Boot sit so super angelegt, dass man sich immer überall gut anhalten kann, also No Problem! Hermann meint, obwohl wir die Nacht eigentlich durchsegeln wollten, dass wir falls nötig am Festland ankern und übernachten können, und zwar in der Einfahrtsschneise des privaten Hafens vom Sultan von Brunei, was wir dann um ca. halb 3 Uhr Nachts auch tun… einige Stunden Nachtruhe genügen und wir brechen frühmorgens am 9. Dezember um 6.30 Uhr auf um am selben Tag noch Miri zu erreichen. Dies gelingt uns wg. fehlendem Regen erst spätabends, und da wir in der Marina, deren Einfahrt trotz riesengroßem Seepferdchen, weil unbeleuchtet, nicht leicht zu finden ist. Dazwischen sehen wir zahlreiche große Schiffe, deren Beleuchtung uns beiden viele Rätsel aufgibt, aber so lernt mans. Abends in der Marina gibt’s kein Lokal, so müssen wir uns mit einem Currygemüse mit Reis begnügen, und das malaische Currypulver sag ma mal war grad noch essbar..

10. Dezember, Tagwache 7 Uhr früh, zum Frühstück an Bord gehen sich Eier aus.  Danach heißts Einkaufen, und Ingrid und Mike bekommen von Hermann eine Liste. Der Gemüsemarkt ist wieder eine Enttäuschung, der Fleischmarkt geht, wir kaufen haufenweise Schweinefilet und Hühnerbrust, die sich Ingrid von der Marktfrau auslösen lässt… Es ist mega heiß, und am Markt stinkts, Mike ist am Rande des Markts platziert, um alle Einkäufe zu bewachen. Danach kommt Hermann, hat schon Tanks gefüllt (Ringit 1,85 pro Liter, mit Lieferung Taxi 2,10 und auf der Hafentankstelle ca. 2,80), und wir gehen noch in einen Fischerladen, um Kleinigkeiten einzukaufen, und danach in ein nettes Lokal, wos gutes indisches Essen gibt. Wir begrüßen dort Ulrich, der zusteigen wird und auch bis Malakka mitsegeln wird. Mutig, weil er hat ein amputiertes Bein. Wir schlagen uns den Bauch voll und gehen dann bei strömendem Regen in ein Einkaufszentrum, das endlich etwas hergibt, man findet vieles, wenn man lange genug sucht…. Alle die Ingrid kennen, wissen, dass das nicht der Lieblingsjob ist. Aber es nützt nix, wir sind ja nicht auf Luxus-Chartertörn, sondern Gäste bei einem Überstellungstörn, und der zeigt halt die Realität, und das müss ma ja üben..

Das Einladen an Bord geht auch schnell vor sich und Ingrid fängt gleichzeitig mit dem Auslaufen um ca. 15 Uhr zu kochen an- rotes Curry mit Hühnerfleisch, Gemüse und Reis, alle sind zufrieden, die Küche im Nauticat 395 ist super, weil oben, und hat ein Fenster Richtung Cockpit. Das Kochen bei bissi Wellengang auch nicht wirklich ein Problem, man erspart sich die Sauna… Leider begleitet uns in dieser Nacht kein großartiger Wind, was aber in dieser Gegend lt. Hermann normal ist… klar ists schad, aber so einen Squall wie in der ersten Nacht brauch ma auch nicht immer…


Ausfahrt aus Labuan



Beeindruckende Aussichten....


Aus allernächster Nähe sehen wir Ölverarbeitungsanlagen, Ölbohrtürme sehen wir im Laufe der Fahrt noch sehr viele...


 Der 11. bis 16. Dezember bringt uns folgende Highlights:

Ein paar kleinere Squalls, gut um das Boot bei wechselnden Bedingungen kennen zu lernen...
Zahlreiche Besuche von Delfinen, die Sichtung einer dunkelbraun-hellbraun geringelten Wasserschlange, und drei Thunas an der Angel, die prompt von Ingrid verkocht werden!
Stimmige Sonnenuntergänge, nächtlichen Schiffsverkehr, Riesenbaumstämme denen wir ausweichen müssen (aus Borneo münden große Flüsse ins Meer die diese mitschwemmen- mehr als 20 Seemeilen weit ins Meer!)

Das absolute Highlight und mit Spannung erwartet war die Passage der Strasse von Singapur.

Man stelle sich vor rechts links Verkehr wie auf der Autobahn je 2 spurig, dazwischen quasi "Blau"Streifen. Am Rand Richtung Festland liegen 100erte parkende Containerschiffe, d.h. schlechte Wirtschaftslage, die parken auch immer wieder mal ein und aus.

Dazu kommt, dass außer der Gegenfahrbahn und auch aus anderen Richtungen welche, die abbiegen und sich querab einen Weg bahnen, um in die zahlreichen Häfen von Singapur einzulaufen, detto auslaufen... also Wahnsinn!!!

Einer dieser Einbieger hat uns die Vorfahrt gegeben,Mike musste aber schnell nachschauen, was bedeutet 2 x laut Hupen... heißt dieser weicht aus auf Steuerbord (= rechts)... Mike war fertig, wir haben nicht gedacht es aber mehrfach gesehen, dass die großen schon auf die kleinen schauen wenn eine Querung bevorsteht. Heisst aber nicht dass das immer alle tun- man muss total aufpassen. Dafür fahren sie alle nicht Vollgas sondern zwischen 6 und 10 knoten nur, also nur ein bißchen schneller als wir. Und man muss die Strömungszeiten total beachten, weil sonst hat man Gegenströmung und macht zwar Fahrt, aber nicht über Grund... Ingrids "private skipper" war nach dieser Nacht zwar müde, aber überglücklich, das erlebt zu haben. Und wir trauens uns für die Zukunft zu, vorerst aber würden wir uns das so einteilen, dass wir die Passage tagsüber machen, ist einfach vernünftiger!!!


IMPRESSIONEN


Im Netz vorne bei Nacht wirds kühl und gemütlich...


Der erste Tuna an der Angel- ab in die Pfanne...



That's the way we like it!!!


seekrank - what's that??


stimmungsvolle Abende...


kurzes Rasten vorm nächsten Squall (sieht man im Hintergrund)...


Wenn die crew mal nicht kocht oder schläft schreibt sie törntagebuch...


Fressen oder gefressen werden: Dauer von der Angel in die Pfanne- 10 Minuten.... mniam...


Reparatur einer geknickten Segellatte...



Die Crew tut schon wieder nix...


Besuch von Freunden!


Die Spannung steigt- die ersten Ozeanriesen pirschen sich an...


groß? ja, und nah....

Bereit für die nächste Nachtfahrt- vorher noch schön brav die Signallichterregeln studieren...


Grandioser Anblick bei Nacht!


Ein grandioser Sonnenaufgang...


... und ein müder aber glücklicher Mike!

 Endlich sieht man sie wieder richtig!!!