Dienstag, 28. Oktober 2014
Bye bye Malaysia, hello Thailand!!!
Der aufmerksame Blog-Leser wird sich nun fragen, ob wir keine interessanteren Fotos von unserer Weiterreise zu bieten haben....
Und was soll das jetzt??? 6 Uhr 50 Uhr ist jetzt nichts Ungewöhnliches für den Captain... aber wartet, wie immer gibts hier auch ein Gschichtl, wie es das Leben so schreibt....
Am Vortag fahren wir per Taxi (wir sind sehr ungnädig, weil es hier nirgends ein Moped auszuleihen gibt, und Taxis sind unverschämt teuer) zum Flughafen, um bei der Einwanderungsbehörde ein- und gleichzeitig auszuklarieren (spart Zeit, Nerven und Geld das in einem zu machen...). Dachten wir... die Nerven hat es diesmal trotzdem strapaziert... Wir fragen am Flughafen die Flughafenpolizei, wo sich denn die Immigration befindet- DON'T KNOW.... ok wir finden sie, der Offizier dort aber erklärt uns wir bekommen heute keinen Ausreisestempel.. warum wieso und überhaupt, keine Ahnung, sie wollen morgen aufs Boot kommen, um das zu erledigen... wir bekommen deren Telefonnummern, und vereinbaren 7 Uhr früh, da wir mit der Tide dann auslaufen wollen... den Rest des Tages (Formalitäten bei Zoll und Hafenmeister in der Stadt laufen gut) rätseln wir was die von uns wollen. Dieses Prozedere ist völlig unüblich, und wir befürchten, dass hier niemand vor Mittag aufkreuzen wird.. und dann wirds zum Auslaufen zu spät... wir schließen schon Wetten mit anderen Seglern ab, um welche Uhrzeit dann tatsächlich der Besuch erfolgen wird... der Captain kocht (innerlich natürlich...) aber die Crew auch.
Tags drauf um Punkt 6.30 Uhr sind wir auslaufbereit, die Crew ruft um 6.45 Uhr schon mal prophylaktisch eine der Handynummern an, und tatsächlich, der BIG BOSS geht dran (sorry fürs Aufwecken...) und meint, sein Mitarbeiter ist schon am Weg... tatsächlich, um 6.50 Uhr (von daher das Foto, wir könnens nicht glauben) steht er an Bord und macht überall schwarze Striche aufs GFK mit seinen Schuhsohlen... wir befürchten in letzter Sekunde noch, dass er sicher die Stempel vergessen hat, aber NEIN, alles da! Dann fragt er doch tatsächlich, wann wir jetzt auslaufen werden, Captain und Crew schauen sich an und sagen unisono: "NOW!"
Jetzt wo der Stempel im Pass ist, fragen wir doch noch wozu das ganze, und er erklärt uns das ist neuer Service der Immigration, damit die Segler nicht extra so weit fahren müssen.... ok ok, aber wenn das nirgends kommuniziert wird... die Crew wundert sich beim Schreiben, dass die Worte fließen, weil so oft wie in Terengganu waren wir schon lange nicht mehr sprachlos....
Um den anderen Seglern in Zukunft das Theater zu ersparen, haben wir einen Segler in der Marina gebeten, diese Info (+ der Telefonnummern der Immigration) in Englisch auf die Tür des Marinabüros zu kleben... die dort können nämlich nicht mehr als 3 Worte English, ok sag ma 4....
Aber jetzt gehts los... die Erwartung steigt, es trennen uns nur mehr eine kurze Tagesreise und dann 2 Tage und 2 Nächte nonstop von Ko Samui- Thailand again...
Ankerplatz in der Südbucht von Perhentian Island, ruhig, eine Taucherinsel mit wenigen Resorts auf dieser Seite.. wir verzichten auf einen Landgang, und haben uns geschworen, dass wir nur mehr Bordküche genießen werden bis zur ersten Mahlzeit auf Ko Samui- das lange Leiden hat ein Ende!!!!
So entspannt und voller Vorfreude hat man den Captain auch schon lange nicht mehr gesehen...
Tagwache bei Sonnenaufgang, wir sollten es in 48 Stunden nach Ko Samui schaffen....
In der Bucht noch unser erstes "Mann über... nein Schlapfen über Bord" Manöver- beim 2. Anlauf gelingts...
Rauf mit den Segeln!!!
Wir fotografieren jetzt sogar schon unseren Chartplotter (GPS Bildschirm), ganz links oben steht THAILAND!!!! Captain, kannst nicht mehr Gas geben???
Jetzt aber noch schön konzentrieren, 2 Nachtfahrten warten noch auf uns und allerlei Zeugs schwimmt herum, das man nicht in die Schraube oder an den Rumpf bringen sollte...
Irgendwie ist immer was los- schon wieder ein Zeichen? Des Captains Hängematte reißt und er fällt, gottseidank passiert nichts... Das Zeichen ist, es muss in Thailand eine neuer her!
Wir regen uns schon gar nicht mehr sonderlich auf, aber bei so einem Wolkenberg wird vorsorglich das Großsegel geborgen...
Diese Teile sollen Fischfallen markieren- nur manchmal fallen sie um und treiben so herum... hoffentlich nicht in der Nacht...
Die Thai-Gastlandflagge wird gehißt!!!
Und noch (heute ists warm!) ein leckerer Salat mit Käse vom Wöhrle...
GESCHAFFT... wir haben zwar noch eine Stunde bis zum Ankerplatz, aber wir sehen Land bzw. Insel Ko Samui und schwelgen in Erinnerungen... 2007 mit Markus und Katharina, dann 2009 mit Theresa und Sebastian..... und wenns noch so touristisch ist mittlerweile, wir freuen uns sooooooo!
Ankerplatz am Bangkrak Beach nahe dem Big Budda und dem Flughafen, gut geschützt bei NE-Winden... uns ist alles recht, wir fliegen mit dem Dinghi förmlich an Land!!!
Erste Mahlzeit- Panaeng Curry und Nudelsuppe.....
Der Captain muss gleich die Seglerbeine loswerden...
Hier fliegen sie ganz schön tief...
Und wehe du hebst am Dinghi dein Haxerl!!!
... endlich wieder im Land der Hunde...
... uns begeistert derzeit alles, hier wird der Strand nicht nur gesäubert, sondern man recht sogar den Namen des Resorts rein.... wir fühlen Thailand...
Dass es zwischendurch immer mal regnet, kann uns nicht aufregen, im Gegenteil, der Captain versucht, Regenwasser zu sammeln... mit Erfolg! Es darf nur nicht zu sehr wehen, dann gehts!
Tüftel, tüftel...
Bitte bitte teil mit mir!!! Ja wer so lieb fragt...
... der kriegt auch was!
Danke sagt er auch noch, ganz schön höflich hier die Wuffis!
Am nächsten Tag wollen wir per Moped einen Österreicher besuchen, den Gerry, der hier Boote verchartert... das Vorhaben scheitert am sintflutartigen Regen, macht nix, wir haben Zeit, wenn nicht heute, dann morgen...
Gerry ist übrigens mit "schuld", dass wir hier per Boot die Gegend unsicher machen... wir haben 2009 zusammen mit Theresa und Sebastian eines seiner Boote gechartert... von Ko Samui über Ko Phangan nach Ko Tao... und das hat unsere Pläne, Asien am Landweg zu bereisen, in eine etwas andere Richtung gelenkt...
Es wartet aber derweil.... die nächste Mahlzeit in Thailand- Larb Gai!!!
... und tom ka gai....
... und noch ein "Red Curry"...
Der Tag ist perfekt, und wird gekrönt von einem noch perfekteren Sonnenuntergang...
Wir sind sehr willkommen in einem kleinen Resort, von dem aus wir unsere Aktivitäten starten, und sie schauen auch ein wenig aufs Dinghi. Das Problem ist hier nicht Diebstahl, sondern die wahnsinnigen Chinesen, Koreaner und Japaner, die auf der Jagd nach Fotomotiven ungeniert ins Dinghi am Strand einsteigen... die können alles mögliche ruinieren, und das brauch ma nicht unbedingt...
Baum mit Wurzeln...
2. Anlauf zum Gerry, wir schaffens zum Choeng Mon Strand (PS. Villa bzw. jetzt PS Thana) und werden vom Staff wiedererkannt.... unglaublich, das letzte Mal waren wir 2010 hier...
Und wir erkennen einen wieder- der Wuff hier war 2009 hier- Foto für Resal im Speziellen!!!
Der Captain hat geshoppt... diese Flügel, reingebohrt über den Propeller unsere Dinghi Motors, sollen unser Dinghi zum fliegen bringen.. äh... zum besser gleiten...
Grad noch rechtzeitig vor dem nächsten Gewittersturm gleiten wir raus...
Wir beobachten das Wetter täglich auf mehreren Portalen immer eine Woche im voraus, und legen einen Tag für unsere Abfahrt nach Ko Chang (Nähe Kambodscha) vor- nur mehr EINE Nachtfahrt trennt uns von den Inseln, auf denen wir die "Wintersaison" ohne Regen und mit moderaten Temperaturen verbringen wollen. 2006 waren wir schon mit Schwester/Schwägerin Hilde da, sind sehr gespannt wie sich die Insel verändert hat.
Selbst in der geschützten Bucht entstehen ganz schöne Wellen, aber Anker liegt gut auf Sand/Schlamm...
Wenn man so schöne Regenbögen sehen will, muss es vorher gscheit schütten...
Ein gutes Zeichen für die Abreise am nächsten Morgen- Tagwache 6 Uhr!!!!
Warum sich die Abfahrt dann doch um einige Tage verschiebt- DAS NÄCHSTE GSCHICHTL, das leider kein "Gschichtl" ist...
Just beim Ankerheben (Captain am Bug, Crew am Steuer) haben wir keine GPS Signale- Alarm!!! Anker bleibt unten, und der Captain checkt minutiös alle Kabelverbindungen durch... alles ok und dennoch haben wir keine Signale... das kann vielerlei Ursachen haben, und wir sind ja beide keine Elektrotechniker... die Stimmung ist am Nullpunkt, oder besser noch - 100... das Problem ist, die Abfahrt war 3 Tage vor einer drohenden Wetterfront geplant... extra früh genug... selbst wenn wir das Problem bis zum nächsten Tag in den Griff bekommen würden, nur 2 Tage "Spiel" sind uns zuwenig, zu riskant... auf den Schock hin frühstücken wir in Ruhe, legen uns noch eine Stunde hin und gehen dann daran, eine Lösung zu finden...
Langer Rede kurzer Sinn: in Ko Samui gibts niemanden der sich gut genug auskennt... wir haben zwar am Laptop ein Programm, das wir mit GPS Maus als Navigationsprogramm nutzen können (als Notlösung), aber wenn unser Haupt GPS keine Signale hat, kann auch der Autopilot nicht arbeiten, und 2 Tage eine Nacht ohne Autopilot macht man einfach nicht, nur im Notfall... wir stecken also fest, es muss gerichtet werden...
Wir kontaktieren unseren alten Elektroniker Somsak in Phuket und er verspricht doch tatsächlich, nach Ko Samui zu kommen, er kennt unser System und fährt mit seinem Auto (und dann Fähre) rüber... wir sind momentan erleichtert, aber nicht 100%ig, wer weiß ob ers hinkriegt. Wir erklären ihm genau was Sache ist, aber als Laie ist selbst das und mit limitiertem English nicht so einfach... Wir können nur hoffen!!!!
Somsak kommt am nächsten Mittag, die Freude ist groß!!! Er ist der Wahnsinn, hat alle nur möglichen Probleme im Geist durchgespielt und alle möglichen und unmöglichen Ersatzteile mit... trotzdem braucht er fast 5 Stunden um wieder alles zu laufen zu bringen... wenn er nicht ein Muslime wäre, die Crew hätt ihn rechts und links abgebusselt.... das ganze hat zwar eine Stange Geld gekostet, aber es nützt nichts... bye bye Thai Massagen....
Wir gehen gleich schlafen und am darauffolgenden Tag um 6 Uhr (Jawohl, Captain!) gehts endlich los... wir sind froh dass dieser Schaden hier aufgetreten ist, in Malaysia wärs unmöglich gewesen, das reparieren zu lassen... und auch in Ko Chang.. keinerlei Infrastruktur...
Sonnenaufgang in Ko Samui- links vorne der Big Buddha...
Ein ereignisloser Tag, der letzte Sonnenuntergang bevor wir in Ko Chang endlich rasten können....
Viele Ereignisse, und wir warten jetzt mal sehnlichst auf ein wenig URLAUB!!!
Das Einklarieren in Ko Samui war ja auch noch so eine Geschichte... unser Ganzjahresvisum ist ja ausgelaufen, und normalerweise bekommt man als Segler ohne Visum 1 Monat Aufenthaltserlaubnis... bekamen wir auch (vom Zoll fürs Boot 6 Monate, wir haben lieb gefragt).... aber der Officer in der Immigration wollte partout nicht unsere Pässe stempeln, statt dessen erklärte er, dass wir ein Papier bekommen, wo draufsteht, dass wir im Land sein dürfen- aber ohne Stempel im Pass, das geht ja gar nicht... alles bitten und höflich fragen half nix, schimpfen und laut werden ist in Thailand auch der falsche Weg, also ziehen wir von dannen, und hoffen, dass es beim Ausklarieren (wenn wir nach Kambodscha wollen) nicht allzu große Probleme gibt... schließlich hat ja er einen Fehler gemacht, nicht wir... trotzdem ein ungutes Gefühl...
Die Nachtfahrt ist einigermaßen ruhig, wir weichen dank Radar wieder ein paar Gewitterschauern aus... aber ganz ereignislos gehts auch nicht...
... um 5 Uhr früh, die Sterne werden immer schwächer, und die wachhabende Crew freut sich auf den nahen Tag, plötzlich ein komisches Geräusch... sie springt vom Beobachtungsposten (es sind doch einige Fischerboote unterwegs) auf und schaltet auf Leerlauf..
ZEITGLEICH taucht der Captain im Cockpit auf und ruft LEERLAUF!!!! Schwein gehabt, die Crew... er hat in der Vorderkoje im Leichtschlaf gehört, dass etwas (???) an den Schiffsrumpf geschlagen hat, und das kann nur ein Holz oder ein Seil sein (von einem Container gehen wir mal nicht aus...), und im Fall Seil gab es die klare Anweisung "LEERGANG"....
Mittels Taschenlampe sehen wir sofort, dass wir tatsächlich so ein dickes fettes Seil mit uns mitschleppen... der Captain angelt es sich vom Boot aus und es ist gottseidank nicht schwer verwickelt, sondern läßt sich lösen.... und so sah der Übeltäter aus... wir nahmen es mit zum Entsorgen...
Die Erleichterung ist uns kurz vor Ko Chang wohl beiden ins Gesicht geschrieben, die ca. 1700 Seemeilen, seit wir Nordborneo verlassen haben, sind fast geschafft....
Ao Klong Son, die Bucht von Klong Son, wir fahren noch zickzack wg. der vielen Fischerbojen und rufen in der Marina des "Siam Royal View Resorts" an, wo wir erwartet werden. Die Zufahrt, ein Fluss, ist dermaßen seicht, sodass wir nur bei Flut reinkönnen, aber das haben wir perfekt getimed.. trotzdem schicken sie noch ein Boot raus, um uns reinzulotsen....
Wir folgen schön brav, der Captain am Steuer, die Crew klebt am Tiefensounder....
Vorbei am Fischerhafen von Klong Son...
... bewundern wir die Landschaft, obwohl wir schon mal geschwitzt haben von wegen sehr seicht... der Untergrund ist zwar Sand/Schlamm aber trotzdem.... die Marina Leute haben uns versichert "No problem", aber das muss hier nichts heißen...
Weiter gehts und enger wirds......
Das Lächeln des Captain ist nicht ganz echt... noch herrscht Anspannung...
Näher gehts nimma?????
Noch einmal um eine enge Kurve.. und man sieht schon die Marina samt Bar....
Man winkt uns wir sollen möglichst weit links fahren.... und wir STECKEN!!!!
Wer es nicht selbst erlebt hat, kanns wahrscheinlich nicht nachempfinden. Wir stecken insgesamt 3 Mal, der Captain bringt uns jedesmal per Retourgang und Bugstrahlruder (damit können wir den Bug nach rechts uns links drücken) frei, aber wo sollen wir rein??? Rechts ist es zu seicht, sagen sie, und links sind wir gesteckt... der Tiefenmesser zeigt auch nichts mehr an- der kennt natürlich kein Minus....
Beim Retourfahren streifen wir dann noch mit dem Ruder noch etwas Hartes, der Captain meint einen Stein, na bravo. Weiter zurück zeigt der Tiefenmesser dann wieder an, und der Captain tastet sich Zentimeter für Zentimeter vor, wir halten uns weiter rechts, und schlussendlich schlüpfen wir ins Marinabecken.... jetzt noch anlegen, alles festmachen.... mittlerweile laufen mindestens 10 Mitarbeiter der Marina und des Resorts herum und entschuldigen sich wortreich... uns fehlen die Worte diesmal... die Erleichterung mischt sich mit Furcht, dass beim Ruder was verletzt wurde... aber heute fehlt uns definitiv die Kraft nachzusehen, und der Captain bekommt erst mal einen gscheiten Drink... mit dem hockt er am Rasen und versucht mal Kraft zu schöpfen...
Anzusehen ist hier alles wunderschön....
Per Shuttle werden wir dann zum Restaurant gebracht... ein Traum...
Wir sind mal wieder im falschen Film, glauben wir!!! Diesmal im absolut positiven Sinn!!!
Die hält schon die Schaukel- der Captain überprüfts lieber persönlich...
Das Bild ist echt von uns!!!
Mit "Rahmen" vom Restaurantgebäude... zu schön um wahr zu sein... wir sind nur dankbar, dass wir die weite Reise geschafft haben, und fallen nach dem Essen in die Koje..
Der letzte Gedanke vorm Einschlafen: DA FAHRMA NIMMA WEG!!!!
Stimmt jetzt nicht ganz, wir fahren schon am nächsten Tag per Mietwagen nach Surin nach Nordostthailand, unser langgehegter Traum geht in Erfüllung...
Durch unser Zwischenspiel in Ko Samui, das uns 4 Tage Zeit gekostet hat (Reparatur...) hat sich Ankunft in Ko Chang auf einen Tag vor Abfahrt nach Surin verschoben... purer Stress... das auf Termin wohin segeln ist und bleibt ein schwierige Geschichte, wir schwören uns, das war das letzte Mal!!!!
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