Anker hoch am frühen Vormittag, die Tide ist günstig, um den Fluß zu verlassen. Wir segeln südwärts auf der Suche nach einem ruhigen Ankerplatz und werden am Festland um ca. 17 Uhr fündig....
Ankerheben ging glatt, aber es hat sich einiges an Müll an der Kette verhängt.... wir befürchten dasselbe für die Schraube... noch merkt man nichts, aber das dauert nicht lange...
Die Sandbank verschont uns und wir segeln flott im starken Nordostwind. Irgendwie irritiert uns nach einer Weile ein- nein kein Geräusch- eher das Gefühl, dass die Schraube unrund läuft... der Captain entscheidet, dass es genügt, am Ankerplatz nachzusehen... dann haben wir noch ein nettes fast-Treffen mit einem Fischernetz, das uns der überaus nette Fischer direkt vor der Nase (unter voller Besegelung) vor den Bug wirft... der Captain macht eine schnelle Drehung und wir müssen eine Meile weit ausweichen.... am Ankerplatz endlich verschnaufen wir... aber nur kurz.. bevor es finster wird (in diesen Breiten um 18.15 Uhr bis 18.30 Uhr) muß die Crew noch schnell ins Wasser um den Propeller zu checken. Und prompt- wir haben uns einen Reissack, gottseidank schon etwas "zerschreddert" um den Propeller eingefangen, und als ob das nicht genug wäre, rund um den Propellerschaft eine ganz dünne und 1000fach verwickelte Fischerleine.... die Crew schneidet ohne Luftflasche bis es zu finster wird... und wir machen Feierabend... auf Weihnachten und auf unsere Familien und Freunde daheim soll ja auch noch angestoßen werden...
Weihnachtskekserl aus der Dose und unser Minichristbaum, den uns Birgit und Werner letztes Jahr mitgebracht haben...
Frühmorgens dann mithilfe der Tauchflasche geht das Schneiden dann schneller.... die Begeisterung steht der Crew wohl nicht so ganz ins Gesicht geschrieben...
Und das war dann der Rest vom Schützenfest...
Wir sind beFREIt und los gehts bei Starkwind bis zu 35 Knoten in den Hafen von Sihanoukville... dies ist ein Tiefseehafen und ganz im nordwestlichen Eck soll sich eine kleine neue Marina verstecken, der Besitzer, ein Russe namens Andrej, erwartet uns schon..... was uns dort NICHT erwartet, ist WASSER und STROM... es gibt auch keine Toiletten oder Duschen, außer den paar sehr kurzen Schwimmstegen sieht alles sehr desolat aus... naja, einmal überschlafen...
Wir nähern uns Sihanoukville... nur wo ist die Lücke in der Hafenmauer???
No endlich, Einfahrt gefunden, scharf nach backbord der Hafenmauer entlang... unser GPS ist hier ungenau, wir fahren lt. Kartenplotter außerhalb der Hafenmauer, auf Sicht sozusagen...
Ein paar Wracks sollen hier auch herumliegen... da heißts gut Ausschau halten, auch wegen dem herumschwimmenden Müll... nicht so schlimm wie in Borneo aber fast...
Eine multifunktionale Hafenmauer...
Eine halbwegs ruhige Nacht und die Welt schaut schon wieder ganz anders aus- neben der "Marina" liegt eine nagelneue Tankstelle, der Captain hat im Morgengrauen schon mit den Jungs dort gesprochen, wenn wir tanken, können wir auch unsere Wassertanks füllen, und, so kein anderes Boot anliegt, dort solange bleiben, um das Boot außen zu waschen d.h. vom Salz zu befreien...
Ausgemacht- getan.. der Tank ist schnell voll, die Wassertanks (ca. 500 Liter) brauchen 3 Stunden, um voll zu werden, wem es fad ist, soll den Durchfluss ausrechnen ;-)
da es nur einen Schlauch gibt, ist guter Rat teuer, wie wir gleichzeitig Tanks füllen und Wasser fürs Putzen kriegen sollen. Die Kambodschaner dort waren so lieb, einer hat der Crew immer eimerweise Wasser von einem Wasserhahn aus an Bord gehievt!!! Dafür schenken wir Ihnen ein paar Flaschen Cola und der Captain schließt schnell Freundschaften...
Fazit: Wo "Welcome" draufsteht, ist auch "Welcome drin"!!!!
Zuguterletzt noch ein tolles Bild vom "Marinagebäude", ein sogenannter Mehrzweckschuppen, Schlafplatz für den Security Mann und Rumpelkammer...
Die erste Nacht verbrachten wir ja am fixen Betonsteg, und bei Ebbe war gar keine Chance, das Boot zu verlassen... nach dem Tanken legen wir uns an einen der schmalen, eher zerbrechlich wirkenden Schwimmstege... wir möchten natürlich eine Landreise machen hier, aber nur, wenn das Booterl auch 1000 %ig sicher liegt, also noch eine Nacht, und am Morgen beschließen wir, auf Reisen zu gehen...
Dazwischen noch die Aufgabe, ein Moped zu finden... Andrej nimmt uns mit dem Auto mit in die "Stadt", nur will uns niemand dort ein Moped verleihen, ohne einen unserer Pässe als Pfand zu behalten... wir brauchen die Pässe aber, da wir in der Hauptstadt Phnom Penh ein Visum für Thailand beantragen möchten... schlussendlich finden wir ein "Reisebüro" mit deutschsprechender kambodschanischer Chefin, die sich unserer Pässe annimmt- man braucht nicht persönlich zur Botschaft, das machen die alles, und uns ein Moped verleiht... von Sihanoukville City und der Marina brauchen wir mal eine Pause und suchen Strand und gutes Essen... die Strände hier in Stadtnähe sind völlig überlaufen, so werden wir weiter südlich fündig... am Heimweg jedoch ein Platten.... na bravo... das Reisebüro meint am Telefon, wir mögen doch einen Tuk Tuk Fahrer anhalten.. ok wir versuchens, und der lädt doch tatsächlich das Moped auf und zurück gehts.... eingequetscht zwischen den beiden Sitzbänken...
.. noch schnell ein Bild vom Anlegen an der Tankstelle...
... da liegen wir halbwegs gut...
Hoher Besuch an Bord... direkt nebenan ist die Navy... und der Oberboss kommt an Bord auf ein Bier und staunt... inkl. Dolmetscher!!!
Wenn der Captain nicht so ein super Driver wäre, wär ma aufgeschmissen...
Der Weg von der Marina zum Festland über die Hafenmauer sieht in etwa so aus- ca. 2 km.... dann erst kommt ein eher slumartiger Ort mit sehr freundlichen neugierigen Menschen, dann der Tiefseehafen... bis rein nach Sihanoukville zum Einkaufen braucht man mindestens 30 Minuten...
Was auch immer alles in den Westen geliefert wird....
Das hamma especially für den Bastian fotographiert!!!
Am Weg zum Strand wieder ein toller Kreisverkehr...
Tuk Tuk nimmt Moped huckepack...
Unser kambodschanischer Neujahrsglücksbringer???
Die Diskrepanz zwischen Reich und Arm fällt hier noch besonders auf...
Am 30. Dezember machen wir uns per Moped und mit Marschgepäck (Rucksack) auf in die Stadt, wo wir mit dem Minibus Richtung Phnom Penh starten... Moped ist direkt am Pier geparkt!!! Wir möchten eine Nacht dort verbringen, und am nächsten Tag, dem letzten Tag des Jahres, nach Siem Reap fahren. Es soll ein Speedboot geben, dass ca. 6 Stunden braucht am Fluss entlang und dann über den Tonle Sap See, wir freuen uns auf diese Reise, und auf das berühmte Angkor Wat, die alten Khmer-Tempelanlagen, sowieso!!!
"Unser" Tankwart verabschiedet uns noch gemeinsam mit seiner Frau, die extra für einen Tag (Sonntag) immer vom Land her anreist, um ihren Mann zu sehen... sie arbeitet in einer Textilfabrik, wo sie pro Monat 135 US Dollar verdient.... ganz liebe Leute!
Fazit zu Sihanoukville:
Für uns sinnvoller Stop für Landreisen, ansonsten nichts großartiges außer für Backpacker, denen es woanders zu fad ist... für den kulturinteressierten Urlauber, der Phnom Penh und Angkor Wat besucht und Strandurlaub anhängen möchte, gibts woanders schönere Platzerl....
Für uns macht es Sinn, wir kriegen unser Thailand Visum, und die langersehnte Reise ins Landesinnere kann beginnen...
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen