Nach so langer Zeit in der Marina reicht es uns buchstäblich, natürlich unter Berücksichtigung des Wetters starten wir noch jetzt im Südwestmonsun unseren langen Trip... man darf sich jetzt nicht vorstellen, dass der Wind exakt aus Südwest kommt, wär ja schön in unserem Fall.. er dreht stetig von Südsüdwest auf Südost, warten wir es ab....
Es fällt uns nicht schwer, die Gegend zu verlassen, vermissen werden wir so einen Platz wie Redang Island und zwei Menschen, die wir schon gekannt hatten, aber in letzter Zeit echt intensiv kennen- und schätzen lernen durften.
Brett lebt auf einem schönen Holzkatamaran, und seine Mutter Nannette und Vater Tony leben in Borneo und kommen hier und da auf Besuch.
Mit Nannette und Brett lernen wir Australier kennen, die sich sehr viel Mühe geben, verständlich zu sprechen, wir lernen beide sehr viel Neues. Natürlich gibt es nach der Arbeit beinahe jeden Tag bei Sonnenuntergang ein paar Bierlis, oder auch mal den einen oder anderen Gin Tonic mit den beiden.
Es ensteht in kurzer Zeit eine starke Verbundenheit, und wir verlassen die beiden nur ungern.
Dear Nannette, dear Brett!
We are sure we will meet again!!!! Thank you both for the inspiring and wonderful moments spent with you!!! Miss you for "beer o'clock", shopping and chatting....
Yours "heartfully"...
Both of them and the captain had to test the crew's first Indian meal- Garam Masala...
We are really glad to have met you!!!!
Vorher hatten wir noch- umsonst- unser Segel vermessen...
Nichts im Leben ist umsonst... Segel wieder rauf!!!
Gemütlich machen wir uns auf nach Kapas Island, es sind ja nur 10 Seemeilen, da stört es uns nicht mal so sehr, dass der Wind genau gegenan steht, bei wenig Welle. Wir sind einfach nur froh, aufgebrochen zu sein, obwohl der Trip lt. obigem Plan ist kein so einfacher, oder besser gesagt, lang und nicht besonders interessant...
Wir ankern am frühen Nachmittag bei passender Tide auf 3 Meter unterm Kiel, die Sicht ist nicht so schön wie auf Redang Island....
Natürlich machen wir uns per Dinghi mit unseren Schnorchelsachen auf zum Strand, fast menschenleer, weil die wenigen Resorts viel weiter südlich sind...
Ein paar Fotos vom Captain's Spaziergang und dann vom Schnorcheln direkt vom Strand weg...
Die Crew findet Schatten unter einem Baum und faulenzt verdientermaßen!!!
Man möchte meinen der Captain jagt den Fisch.....
... nein der Fisch jagt den Captain... ziemlich wild sogar, kann sein, dass der grad sein Gelege bewachen will???
Wie ein Torpedo, und zwar ein echt wütender....
Am Abend fahren wir per Dinghi zu den Resorts, in der Hoffnung, etwas Eßbares zu finden... Unsere Zweifel finden sich bestätigt, die Küchen sperren erst um 19 Uhr auf, das ist uns zu spät, da wir immer gerne vor der Finsternis am Boot sind. Eine deutsche Kellnerin bietet uns "Schwammerlsuppe" an, Skepsis macht sich breit, aber was tut man nicht alles aus Hunger, sagen wir mal essbar..... Wir machen uns auf die Socken und verbringen eine gute ruhige Nacht, brauchen wir auch, wir haben ja von hier bis Tioman Island zwei Tage und eine Nacht vor uns...
Um 6.45 Uhr frühmorgens, der Mond geht gerade unter und die Sonne auf, brechen wir auf, um die ca. 160 Seemeilen bis Tioman gut zu schaffen. Dazwischen läge noch in ca. 35 Seemeilen Entfernung die Insel Tenggol, eine Sensation angeblich zum Tauchen und Schnorcheln, aber wir verzichten, da man dort nicht ankern darf. Ist ja an sich vernünftig zwecks Schonung der Korallen, aber wir vertrauen den örtlichen Moorings nicht so ganz. Mooring für Nichteingeweihte: ein Betonblock oder ähnliches am Meeresgrund, ein Seil und eine Boje auf der Wasseroberfläche, an der man festmachen kann.
Es ist noch ein wenig zu früh im Jahr, daher weht uns noch der Südwestmonsun entgegen, wir hatten gehofft, dass er etwas abweichen würde wie die letzten Tage, aber Pech.. Mittags war uns das Großsegel erneut ein wenig eingerissen, und dann kurz vor Finsternis, um 19 Uhr, 95 Seemeilen vor Tioman, haben wir den Wind und den Schwell genau gegenan.... es gibt Wraps, und gottseidank ist wenig Schiffsverkehr.
Eine kleine Impression, wie finster es so sein kann... dabei scheint der Mond recht schön!
Da hilft nur der Blitz, der Captain ist schön warm eingepackt...
Um halb 11 gibt die Crew w.o. für ein Stündchen, aber bei der Welle ist es unmöglich, zu schlafen, so wachen wir beide die ganze Nacht und halten uns bei Laune, so gut es geht.
Der darauffolgende Tag wird noch schlechter... der Wind dreht zwar ein wenig zu unseren Gunsten, aber der Schwell und die Windwelle treffen aus unterschiedlichen Richtungen aufeinander, gar nicht so hoch, aber äußerst unangenehm, und die arme Sailabout stampft udn stampft in die Wellen.
Ein Foto von unserem Radarschirm...
Nach 34 Stunden mittlerer Schütteltortur erreichen wir Pulau Tulai, ein Inselchen knapp vor Tioman, es wird gekocht, und der Captain fällt buchstäblich in seine Koje. Wir sind allein, es ist Idylle pur... nur zwei Fischerlein kommen später kurz auf Besuch, bevor sie für die Nacht wieder rausfahren.
Pulau Tulai.... 31. August nach einer Nacht ganz alleine in der Bucht fühlen wir uns halbwegs ausgeschlafen und brechen gleich nach dem Frühstück auf nach Tioman, nur 13 Meilen....
Vor Mittag wird in der Marina festgemacht! YES!
Noch ein wenig verschlafen aber glücklich und zufrieden wartet die Crew auf den Captain- Essen gehen ist angesagt...Tioman bzw. das Dorf gefällt uns dieses Mal besser als beim ersten Mal, vielleicht weils anderswo schlimmer war? Es tut sich was, viele Segler sind hier, wir treffen junge Amis die wir kennen, und verbringen ein paar Abendessen miteinander...
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