Montag, 10. August 2015

Schluss mit lustig... es warten einige "Baustellen" auf uns...

Am 10. August heißt es nun Abschied nehmen von unserer Idylle. Um 10 Uhr heben wir den Anker, und los gehts gegenan mit Großsegel und Motor- es wird gekreuzt nach Terengganu.

Des Captain's Konstruktion mit dem Anglernylon funktioniert, jedoch ankern wir gegen 17 Uhr vor der Marina, da die Strömung zu stark ist zum Anlegen.

Am darauffolgenden Tag um 9 Uhr gibts wenig Wind und wenig Strömung, und der Captain parkt, wie wenn nix wär, gekonnt in der Marina ein, welch Erleichterung...

Eine weitere Baustelle hat sich bei Starkwind kurz vor der Hafeneinfahrt Terengganu aufgetan- unser schon in Pattaya getapetes Großsegel hat nun Risse bekommen. Das hamma noch gebraucht.... so "fretten" wir uns mit gerefftem Vorsegel und netter Welle durch die enge Hafeneinfahrt...


Wenigstens erwischt uns kein Regen!


Wir haben ja schon in Redang versucht, herauszufinden, wo wir das berühmte Teleflex morse cable herbekommen, und tatsächlich finden wir es im ersten Laden. Die Frage ist nur die Länge, steht zwar am alten Kabel drauf, aber genau so lang haben sie es nicht, nur ein wenig kürzer und ein wenig länger. Wir probieren das kürzere Teil und mit einigen Flüchen, Ächzen, Stöhnen dauert es zwar ein paar Stunden, es (immerhin ca. 6 Meter lang), "einzufädeln".


Gebrochen ist gebrochen....


Vorher wird noch- dank Captain's Cleverness, das alte herausgezogen, und mit diesem ein dünner Nylonfaden, damit wir das neue dann mit Hilfe dessen wieder einfädeln können.  Hier sieht man den Nylonfaden am neuen Gasseil mit grünem Tape befestigt- nur passt es so auch durch???




Und das ganze ja an ganz toll zugänglichen Stellen...


Der Captain schiebt von innen, die Crew zieht von außen...





Baustelle Nummer 1 erledigt, und sogar ohne es zusehr abzubiegen, Bruchgefahr....

Wir switchen kurz mal zum Thema Nr. 2: Risse im Großsegel. Wir ziehen es in der Marina nochmal auf, um es eventuell zu tapen... zufällig kommt ein Segler vorbei, und gibt uns den Tipp, bei Quantum Sails in Melakka mal nachzufragen, ob sie es reparieren können. Also runter mit dem schweren Teil, eingepackt, hingeschickt. Es dauert Tage, bis wir Bescheid bekommen, dass sie nicht reparieen können, dafür kommt ein Angebot für ein neues Segel- zu teuer für unseren Geschmack...


Es dauert wieder Tage, bis das Segel zurückkommt, alles wieder retour, das nennt sich Sport!

Mike meint, den Knoten mit dem er das Paket verschnürt hat, wieder zu erkennen, das würde bedeuten, dass sie das Segel gar nicht inspiziert haben, sondern einfach gleich ein Neues angeboten haben. Diesmal sind wir wirklich sauer. No more Quantum- never ever!

In einer Ho Ruck Aktion kramt die Crew ein altes Angebot von Rolly Tasker in Phuket, einem großen Segelmacher, hervor, und dessen Chef bestätigt dieses mit demselben Preis von vor 2 Jahren (hatten wir uns der Information halber damals machen lassen.) Gut, es wird die Überweisung von Österreich nach Phuket getätigt, und wir wollen das Segel raufschicken. UPS und dergleichen (3 Angebote) holen uns gleich auf den Boden der Tatsachen zurück- Versandkosten ca. € 500,- one way! Nicht mit uns!

So, runter wieder mit dem Segel, rein ins Marinagebäude, es wird vermessen und fotografiert was das Zeug hält, wir machen eine super Power-Point Präsentation mit allen nötigen Infos und Maßen für Rolly Tasker, nur damit uns dieser dann erklärt, dass das Segel ja nur lag und nicht fest genug gespannt wurde, und die Messerei somit hinfällig sei. Es reißt dem Captain langsam der Geduldsfaden. Also Segel wieder rauf, neu getaped, und wir beschließen, so die ca. 3 Wochen von hier rund um Singapur nach Lumut, wo wir den Unterwasseranstrich erneuern wollen, zu machen. Segel hin oder her, wir haben so viel Zeit verloren mit .... ok ich schreibs lieber nicht...

Bild von der anderen Seite...



Als Segler wird man echt zum Multi-Organisationstalent...

Durch Zufall (auf der Suche nach allem möglichen) finden wir einen Schildermacher und kaufen prompt ein Nirostaschild für unsere Kombüse, als Schutz für die Wand. Das Original war viel zu niedrig, der Designer des ganzen hat wohl noch nie was gebraten...


Das Haupthema neben dem Segel war aber nach wie vor die Aluminium Box, wo der Ganghebel rauskommt, und die abgebrochenen Niro-Schrauben drinnen. Wir fahren von A bis Z, fragen uns dumm und blöd, bis wir einen Schuppen finden, der auf diesem Weg unbeschreiblich ist. Ein uralter Chinese haust in einer Werkstatt voller Gerätschaften und Metallteile, in dem kein einziges Fleckchen, KEIN EINZIGES, eine für die Crew normale Metallfarbe zeigte (irgendwie glänzend), SONDERN nur ROST!!!!! Noch nie soviel Rost auf einem Haufen gesehen. Die Wände bestanden aus Wellblech, sodass alles wirklich rostfarben in Harmonie zusammenpasst....

Auf die Frage, ob er denn diese Schrauben vorsichtigst rausfräsen könne, meine er "no, cannot". Der Captain insistiert und gemeinsam fräsen sie auf einer historisch interessanten HITACHI Fräse 2 Stunden lang herum.

Am Ende strahlt der Captain, nur unser schöner Behälter ist ölverschmiert aber intakt! Und neue Schrauben haben wir auch schon! YEAH!

Rasten- no way! Zurück am Boot wird das ganze gleich zusammengeschraubt, nicht ohne zuvor jedoch nochmals den ultimativen Test zu machen (wohlgemerkt festgezurrt in der Marina), ob das neue Gasseil einsatzfähig ist und Vor- und Rückwärtsgang funktionieren).

Was macht man nun, damit Alugehäuse und Niroschrauben nicht wieder so reagieren, wie sie es normal machen? Captain gibt irgendein spezielles Fett dazwischen...

Die Crew ist nervlich am Ende, jedcoch unglaublich stolz auf die bestandene Vielseitigkeitsprüfung ihres Captains!!!!

Etwas sei noch dokumentiert, eine kleine Verletzung vom Captain, ist mittlerweile auch wieder zusammengewachsen, der Zehenknochen.... dank der "Profi-Schiene"???






1 Kommentar:

  1. Hallo Ihr Zwei Asienbummler,
    als erstes wünsche ich dem Captain nachträglich alles Gute zum Geburtstag.
    Ich war zu dieser Zeit geschäftlich in eurer Nähe (Shanghai bzw. Nanning und Yulin) unterwegs.
    Weiters ziehe ich den Hut vor eurem Mut, euren Fähigkeiten und eurer Geduld.
    Dem Segel zu urteilen habt ihr schon einige SM zurückgelegt.
    Ich wünsche euch weiterhin viel Spass und mögen euch vor allem Glück und Gesundheit weiterhin treue Begleiter bleiben.

    glg Horst + Familie

    AntwortenLöschen