Mittwoch, 24. September 2014

Ziel: Palawan auf den Philippinen????

Wir nützen die Zeit in der Marina, um unseren Trip nach Palawan im Detail vorzubereiten (Wegpunkte der möglichen Ankerplätze werden in beide Systeme eingegeben), am Boot noch alles überprüft....

Schatten auf die geplante Reise wirft ein Entführungsfall vom April dieses Jahres, wo zwei deutsche Segler im Süden Palawans (am Rio Tuba) entführt wurden und nach Jolo Island verschleppt. Normalerweise finden die Entführung der Truppe Abu Sayyef von Jolo aus statt, und Palawan ist viel zu weit weg, wir recherchieren und sprechen mit unzähligen Seglern, von denen einige die beiden Deutschen kannten.

Entgegen aller Empfehlungen, die wir bekommen haben, haben diese lange Zeit im Süden von Palawan verbracht, und dürften von Sympatisanten der Abu Sayyef von dort aus entführt worden sein. Eine traurige Geschichte (mit sogenanntem Happy End, sie wurden am Tag des Ultimatums, am 17. Oktober freigelassen, nach einem halben Jahr der absoluten Härte...).

Während wir noch zögern, recherchieren, abwägen legen täglich Segler aus Kudat Richtung Palawan ab und melden sich brav sobald in Puerto Princesa angekommen. Die Risiken einer weiteren Entführung werden gering eingeschätzt, a) zu weit weg von Jolo b) die Rebellen haben zur Zeit andere Sorgen, werden von einer großen Anzahl von philippinischen Soldaten besetzt, und Amis und Deutsche Sondereinheiten sind auch angerückt und c) kein Segler stoppt in Südpalawan.

Wir hatten uns mit Captain Ron, einem sehr erfahrenen Weltumsegler, zusammengetan und vereinbart, die Reise gemeinsam, und zwar die Westküste von Palawan rauf, zu unternehmen. Letztendlich haben wir ihn enttäuscht, und wir waren es selber auch, weil wir uns aufgrund der Sorgen unserer Familien entschlossen haben, nicht raufzufahren...

Die letzten Tage in Kudat, denn das wollten wir dann so schnell als möglich verlassen, gestalteten sich nicht besonders fröhlich... es hieß eine Alternative zu finden, die mit Wetter- und Windverhältnissen in Einklang zu bringen war..... grummel grummel und studier...

Ein kleines Highlight war der Geburtstag vom Captain.... auf der Suche nach dem passenden Essen dafür am Fischmarkt...





Bei den Fischen wurden wir nicht richtig fündig, wir wollen schließlich einen Snapper oder Barracuda, und keinen schönen Rifffisch! Schließlich kaufen wir 2 (!!!) Tiger Prawns, die von der Crew fachgerecht am Steg zerlegt und dann gebraten werden- mmmhh!!!


So richtige Feierstimmung mag jedoch nicht aufkommen, zu groß sind die Sorgen bezüglich unseres Alternativtrips nach Ko Chang im Golf von Thailand... anstatt knapp 200 Seemeilen nach Palawan ins Paradies, wie und alle vorschwärmen, kehren wir um, um unter schwierigen Umständen zuerst Borneos Westküste wieder runter zu segeln (noch gegen den Südwestmonsun, der langsam schwächer wird), jedoch bald genug, um nicht in den zweifelhaften Genuß des bald einsetzenden Nordostmonsuns zu kommen, der uns während der Überfahrt von Miri in Sarawak nach Tioman oder Terengganu in Festland Malaysia schweres Wetter bringen könnte. Kurz: zu früh geht nicht, zu spät auch nicht... und das Wetter hält sich nicht an genaue Regeln, wie man weiß. Also beobachten wir alle paar Stunden die Großwetterlage auf allen möglichen Seiten und setzen schließlich immer noch schweren Herzens die Segel, es erwarten uns ca. 1.700 Seemeilen....


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