Samstag, 3. Oktober 2015

Was bitte ist Jotamastic 87? Sefeguard Universal ES?? Seaforce 90???

Am dritten Arbeitstag werden die Jungs und der Captain mit dem Paint Remover fertig, YES!

Wir konnten mit Jimmy von Prestige Marine noch viele Fragen klären, er kommt auch und mißt mit einem Spezialgerät den Feuchtigkeitsgehalt des Rumpfes- alles bestens, wir können mit der ersten Schicht des "Epoxy Primers" Jotamastic 87 beginnen- in blutrot wie man sieht... Der Captain wird noch gemästet mit Ham and Eggs und frischem Baguette- und los gehts!

Das ist jetzt das "Happy Photo" vom Captain und Islam nach dem Abschluss der Paint Remover arbeiten- da waren sie echt happy!!!


Jimmy kommt mit einem Spezialfiller und macht uns die Stelle, an der der Propellerschaft herauskommt, schön rund...


Da strahlt der Captain, der ja immer alles perfekt haben möchte!




Damit wir nicht vergessen, was genau das war....


Eventuelle Wartezeiten (z.B. fürs Trocknen von einer Schicht...) läßt der Captain nicht ungenutzt.. hier poliert er mit einem extra dafür gekauften Werkzeug den Rumpf über Wasser. Leider ist es etwas zu heiß dafür, das Ergebnis ist nicht ganz so wie gewünscht. Vorher noch alles abgewaschen, zumindest sauber sind wir!!! Die größte Arbeit war das Umstellen des Gerüstes...


Nach der Arbeit mit dem Paint Remover mußte der Grund noch mit einem Planschleifer abgeschliffen werden, und dann kurz vor dem Primer=Untergrundfarbe noch mit einem sogenannten "Grease Wax Remover" mit einem weichen Tuch abgerieben, damit die erste Schicht auch wirklich gut hält- wenn scho denn scho!


Der weiße Anzug des Captains war schnell wieder weg- zu heiß, innen sammelt sich die Wärme wie in einem Saunaanzug... Islam hat vorher schon gelacht "you will not wear this a very long time!"


Crew, ich brauch eine Pinzette, schnell!!! Komisch, er kann sich doch beim Streichen keinen Schiefer eingezogen haben, oder doch? nein, der Roller beim Malen hat ganz am Anfang, als die Farbe zu dick war, Fasern hinterlassen, die mußten natürlich "weggezupft" werden....





Sonntag und wir entdecken ein neues Hotel in der nächsten Stadt, die ein Buffet mit Titel "High Tea Indulgence" anbieten, mit Preisangebot für "senior citizens", der Captain strahlt doppelt, vor allem bei den Nachspeisen...



Der Koch war schon mal in Austria und erklärt uns jede einzelne Speise ganz genau...



Sonntag hin, Sonntag her, es wird weitergearbeitet, der Captain bringt den Epoxy Primer auch auf unserem Bugstahlruder auf...



Hier sieht man die Verbindungsschicht zwischen Primer und dem eigentlich Antifouling. Lt. Anleitung soll diese nur einmal gestrichen werden.... und die Schicht muss ganz dünn sein...


Was macht man mit den Flächen, wo die Stützen am Boot aufliegen? Die meisten Segler machen hier kurz vorm Reinheben, wenn das Boot schon am Sealift steht, eine Schicht drauf. Keine Lösung für den Captain. Wir fragen nach mehr Stützen, und er wechselt diese sukzessive, damit auch wirklich ALLE Flächen ALLE Anstriche erhalten. Wie gesagt, wenn schon, dann gscheit! Die Umstellerei ist eine Mordsarbeit, vor allem muss immer absolut gewährleistet sein, dass das Boot stabil steht, eine Rechenaufgabe- es soll natürlich den normalen Arbeitsfluss nicht allzu sehr stören... und die Trockungszeiten zwischen den einzelnen Schichten sollen auch eingehalten werden....


Wenigstens haben wir absolutes Glück mit dem Wetter, kein Regen seit Beginn der Arbeiten, klopf auf Holz!


Des Captain's gute Tat des Tages:

Wir sehen einen alten Mann, der einen Marinasteg, der herausgehoben wurde, mühselig mit einer kurzen Spachtel vom Muschelbewuchs befreien soll... Captain bringt ihm unseren selbstgebastelten Verlängerungsstiel für unsere Spachtel, und siehe da, alles wird leichter...

VORHER




NACHHER


Malpause... es wird der Wasserfilter vom Motor gereinigt, und der abschließende Gummi mit Vaseline vor dem Austrocknen geschützt...




Detto der Filter von unserer Air Con... der Innenteil ist aus Niro, schon leicht korrodiert, wir lassen uns von Bulat, einem Techniker vor Ort, einen neuen machen...


Bacardi Coke, das tut manchmal not, aber rauchen? Im Boot, bist verrückt Captain?


Kein echter Rauch nur die E-Zigarette von Werftfreund Ric. Beim Reinheben seines Bootes hilft ihm der Captain an Bord, die Crew schaut zu. Chaos pur- seine "Magia" geht urplötzlich nicht rückwärts, alles brüllt und panicked, Ric macht quasi "am Stand" im Wasser einen "three sixty", und nach dem ganzen Stress (der Captain tritt vom Boot aus einen schon lockeren "Stipfi" um, der sonst Ric's Boot arg zerkratzt hätte, gibts eben Whisky an Bord von Magia. Mike und Ric haben viel Spaß und verstehen sich blendend- trotz Aussie English. Ric ist ein großer Messie, und Captain dokumentiert das dann auch noch....



Irgendwie erinnert er uns an Asterix....


Die Crew bringt Suppe und Baguette und wärmt alles schön auf...


Als Einhandsegler ist man leicht zufrieden zu stellen... Krautsuppe mit Kartoffeln...


Neuer Tag, neuer Job! Bulat bringt unsere handgefertigten Opferanoden und wir verewigen ihn, der so hilfreich war in vielen Dingen, für unseren Blog...


Das ist jetzt der neue Filter für die Air Con...


Passt alles!




Zurück zum Hauptjob... die erste von 3 Schichten Antifouling wird aufgetragen, immer noch kein Regen, es läuft alles wie geschmiert und der Captain ist zwar schon etwa abgerackert, aber ganz happy mit dem Fortschritt...


Jotun Seaforce 90 läßt sich gut auftragen...


Nach getaner Arbeit fahren wir einkaufen und sehr oft dann auch zu einem indischen Restaurant, neu, sauber, super gut und unglaublich günstig... Mike entdeckt davor eine KTM, un der Besitzer erlaubt ihm, dass er sich raufsetzen darf...


Unser Naan Brot aus dem Tandoori Ofen, dazu Tandoori Chicken und verschiedendste Saucen zum Reintunken, samt Getränken nur ca. 5 Euro, das kann was! Der Captain ist von der ganzen Arbeit schon recht schmal geworden...


Hi Jungs, mal herschauen!!!


Die Befestigung für das Bugstrahlruder wird öfters mit Antifouling bestrichen, der Rumpf 3 Mal ganz, und von der Wasserlinie ca. 1 Meter runter ein viertes Mal. "Und bitte Captain, wenn du noch Farbe hast, den Kiel und das Ruder auch nochmal..." Brav Captain! Schließlich muss die Crew ja tauchen...


Damit wirs nicht vergessen... obwohl das wird die Crew wohl nie, nachdem die Anleitungen zum Auftragen schon fast auswendig gelernt waren...
1. Mischverhältnis Grundfarbe und Härter?
2. wieviel Verdünner?
3. wielange hält die Mischung bei welcher Temperatur?
4. wielange braucht sie bei welcher Temperatur zum Trocknen am Schiff
5. wie oft übereinander wird empfohlen (je öfter, desto mehr verlängert sich die Trocknungsphase zwischen den einzelnen Schichten)
6. wielange nach der x-ten Schicht darf belastet werden (wegen der zu verstellenden Schichten?

Es ist halb 10 Uhr abends und einen Monat her, der Crew fällt nix mehr ein so spontan, man sieht es ist eine Wissenschaft, und wenn man es irgendwie Huschiwuschi macht, kann alles mögliche passieren bzw. nicht klappen, das tun wir uns nicht an!


Islam läßt nach der Arbeit buchstäblich alles fallen und fährt, der Captain räumt auf, reinigt Pinsel und sonstiges Arbeitsmaterial und und und... kriegt dann natürlich sein gekühltes wohlverdientes FEIERABENDBIER- oder 2 oder 3....


Sailabout in neuem Glanz, Crew ist stolz auf Captain.


FERTIG!!!! Jetzt heißts SCHNELL das Tape runternehmen, weil wenn die letzte Schicht zu trocken ist, bricht sie oft an der Linie und dann ist alles für die "Fisch"....


Er strahlt, Timing perfekt, wir haben noch 5 Tage bis zum Reinheben, optimal für die perfekte Trocknung, zulange darf es aber auch nicht an der Luft sein lt. Hersteller Jotun...


"Crew, bring mal schnell den Fotoapparat"- per Selbstauslöser....



In Ermangelung eines idyllischen Gartenbankerls richtet sich der Captain ein Gerüst her und genießt das Abendbier mit Freund Ric....


Sind sie nicht lieb?


Am darauffolgenden Morgen haben wir Jimmy herbestellt, er soll uns als Profi den Propeller machen. Machen bedeutet in unserem Fall, dass er präpariert werden soll, damit sich nicht sofort wieder Muscheln daran festsetzen und die Fahrt bremsen...

Vor 2 Jahren hat uns schon jemand das Produkt "Propspeed" empfohlen und buchstäblich "draufgeschmiert", und in kürzester Zeit wieder alles voll mit "barnacles" (Muscheln)...

Wir diskutieren das mit Jimmy und er erklärt uns im Detail, wie das verwendet werden muss und und und... Mike möchte, dass er uns das macht, die Vorbereitungsarbeiten bleiben dem Captain. Zuerst wird der Prop per Hand "gesandet", d.h. mit Sandpapier abgeschliffen und poliert. Dem nicht genug, dann noch mit einer Handschleifmschine mit spezieller Kunststoffschleifscheibe... das ganze nicht etwa einen Tag vorher, sondern muss unmittelbar vor der Farbe gemacht werden, da das Metall sonst wieder oxidiert und die Haltbarkeit der Schicht nicht so gut ist... dann muss noch schnell mit einem weichen Tuch und dem "Grease and Wax Remover" drübergegangen werden. Und wo bleibt der Jimmy jetzt?


Crew bewundert derweil den spiegelnden Rumpf...


... und überhaupt das ganze Schiff- wie neu! Jimmy und Helfer sind schon beim Anmischen der Farbe....



Als Untergrund gibt es wieder einen Spezialprimer drauf, der sofort trocknet, daher ist die Arbeit was für Profis... Jimmy werkt und der Captain macht "learning by looking"....



Captain dreht zwischendurch immer den Propeller, damit Jimmy schnell überall hinkommt...



Jetzt ist wirklich (beinahe) alles fertig, das muss gefeiert werden, wir treffen uns mit Mohan und gehen in ein kleines indisches Restaurant ("Yummy's") essen... danach wird geshoppt, und zwar entsprechende Kleidung für die indische Hochzeit morgen. Nach einem Abend mit Mohan haben wir immer verlegte Ohren und eine zugeknotete Zunge- er redet gerne und viel und da müssen wir natürlich mithalten ;-)


Fast fertig gilt eigentlich immer für Bootsbesitzer... eine neue Opferanode wird am Propellerschaft befestigt...
Der Prop und der Schaft sind jetzt gelblich überzogen und fühlen sich an, ja ganz komisch, extrem glatt aber irgendwie, wie wenn die Masse nicht fest wäre, ist sie aber, wie Glas nur noch glatter, wie Babypopo aber eben fest. Ok, Crew gibt auf... schaut so aus als könnte sich hier wirklich keine Muschel mehr festhalten!!!!


Das Bugstahlruder wird wieder an Ort und Stelle befestigt!


Captain, wieso sind die Wasserauslässe mit Papier zugestopft???

"Nobody's perfect" gilt für den Captain nicht.... Die Seeventile werden mit Lanolin (natürliches Fett von der Schafwolle) eingesprayt, natürlich nicht nur von innen, sondern auch von außen! Zum Verständnis, das sind Kugelventile, die in dieser Umgebung natürlich korrodieren aber das nicht sollen, und dann nicht locker auf und zugehen- DAS GEHT JA GAR NICHT! Daher eben das Lanolin... nun spiegeln die Kugelventile, wenn man von außen reinschaut! Mit Papier noch verstopft weil das Lanolin das Antifouling angreifen kann....


Als nun wirklich alles (fast?) fertig ist öffnen sich die Schleusen des Himmels und es beginnt zu schütten, was das Zeug hält. Wir bedanken uns beim Wettergott für seine Geduld, es hat jetzt fast 3 Wochen nicht geregnet, extrem wichtig für den Arbeitsverlauf!


Natürlich stehen wir wieder in der Lacke und der Captain baut einen "Holzsteg" zum Auto!


Jetzt heißts nur mehr Duschen und Umziehen für den langersehnten Moment- Gäste auf einer indischen Hochzeit!!!

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